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Der Kastanienbaum ist von Anne Frank in ihren Aufzeichnungen mehrfach erwähnt worden. Nun streiten die Stiftung "Rettet den Baum von Anne Frank" und das Unternehmen Van der Leij um die Lagerkosten ihrer Überreste.

Foto: AP/Peter Dejong

Den Haag -  Am 23. August 2010 ist die berühmte Kastanie vor dem Anne-Frank-Haus in Amsterdam durch einen Sturm umgeworfen worden. Daraufhin wurde der auf mehr als 160 Jahre geschätzte Baum in große Stücke zersägt und von dem Unternehmen Van der Leij eingelagert. Nun sind dafür 16.000 Euro fällig. Ein Gericht in Amsterdam verurteilte am Mittwoch die Stiftung "Rettet den Baum von Anne Frank" zur Zahlung dieser Summe an die Firma. Andernfalls sei das Unternehmen nicht verpflichtet, das Holz herauszugeben. Stiftungssprecher Arnold Heertje sagte, die Stiftung habe das Geld "derzeit nicht" und werde es "wahrscheinlich nie haben".

Ableger in aller Welt

Der über 20 Meter hohe Baum hatte unter Pilzbefall gelitten. Bestrebungen den Baum zu retten waren aus Sorge um die Sicherheit der jährlich rund eine Million Besucher des Anne-Frank-Hauses verworfen worden. Stattdessen wurde er seit 2008 von einem Stahlgerüst gestützt, das ebenfalls von dem Unternehmen Van der Leij konstruiert worden war. Ableger des Baumes wurden in einem Amsterdamer Park und in anderen Städten auf der ganzen Welt gepflanzt.

Die 1929 in Frankfurt am Main geborene Anne Frank war mit ihrer Familie vor den Nazis aus Deutschland nach Amsterdam geflohen. Zwischen Juli 1942 und August 1944 versteckte sich die Familie dort bis sie verraten wurde im Anbau eines Lagergebäudes. Diese Zeit schildert Anne Frank in ihrem Tagebuch, das nach dem Krieg in mehr als 70 Sprachen übersetzt wurde. Anne Frank starb 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen im Alter von 15 Jahren. (APA/red, derstandard.at, 5.4.2012)