Belgrad - Die seit dem Jahresbeginn erneut schwächelnde serbische Währung, der Dinar, hat seinen bisherigen Tiefstwert gegenüber dem Euro verbucht. Für einen Euro mussten laut Notenbankkurs 111,7 Dinar bezahlt werden. Bei Geschäftsbanken lag der Dinarwert noch niedriger und bewegte sich laut Medienberichten zwischen 112 und 114 Dinar für einen Euro.

Seit Jahresbeginn hat die Notenbank Serbiens auf dem Devisenmarkt bereits mit rund 500 Mio. Euro interveniert, um die Dinar-Abwertung zu verlangsamen. Im Vorjahr waren es nur 90 Millionen Euro gewesen. 2010 war die Notenbank allerdings gezwungen gewesen, die Abwertung der serbischen Währung sogar mit 2,5 Mrd. Euro bei 105,10 Dinar gegenüber dem Euro aufzuhalten. Nach Angaben des Belgrader Institutes für Marktforschung IZIT hat der Dinar im Vergleich mit Dezember 2011 nominell 5,3 Prozent seines Wertes verloren.

Die serbische Regierung rechnet heuer mit einem geringen Zuwachs des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um höchstens 0,5 Prozent. Wie die Tageszeitung "Blic" heute berichtete, wurde im Jänner und Februar ein Rückgang der Industrieproduktion um 2,7, bzw. sogar 12,8 Prozent verbucht. Experten warnen unterdessen, dass die Beschäftigtenzahl heuer um etwa 2 Prozent sinken dürfte. Die Arbeitslosigkeit liegt derzeit bereits bei 24 Prozent. (APA, 6.4.2012)