Bild nicht mehr verfügbar.

Foto: reuters, BECK DIEFENBACH

Ein Hacker hat mithilfe eines Trojaners persönliche Daten von über acht Millionen Briten in Großbritannien gestohlen und wurde nun zu einer Haftstrafe von 26 Monaten verurteilt, berichtet die Daily Mail.  Betroffen waren 200.000 Paypal-Konten, 2.701 Kontoverbindungen und andere persönliche Informationen wie Namen, Geburtsdaten und postalische Adressen. Da der 23-jährige Edward Pearson nicht alle Daten zu Geld machen konnte, fiel die Strafe noch milde aus, berichten britische Medien.

Auch in Netze von Nokia und AOL eingebrochen

Ermittler fanden die zwischen 1. Jänner 2010 und 30. August 2011 erbeuteten Daten auf seinem Rechner, die doppelseitig ausgedruckt 67.500 A4-Seiten einnehmen. Auch in die Netzwerke von Nokia AOL war Pearson mit seinem Internetnamen "G-Zero" eingebrochen, und stahl die persönlichen Daten von 8.000 Mitarbeitern. Nokia hatte sein Intranet für zwei Wochen sperren müssen. Dabei nutzte er die Trojaner Zeus, SpyEye und Python. 

"Kein kriminelles Genie"

Pearsons Anwalt bezeichnete seinen Mandanten als "jungen Mann mit umfassenden Computerkenntnissen", aber er sei nicht das kriminelle Genie, für das man ihn hält. Insgesamt hatte er 2.351 Pfund erbeutet: Pizzabestellungen und Telefonrechnungen, die der 23-Jährige über Paypal-Konten bezahlt hatte. Die virtuellen Diebstähle nahmen ein jähes Ende, als seine Freundin versuchte, mit gestohlenen Daten von Kreditkarten und Paypal-Konten die Rechnungen für zwei Luxushotels zu bezahlen. Die 21-jährige Soziologie-Studentin wurde zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt. 

"Intellektuelle Aufgabe"

Edward Pearson habe die Konten nicht wegen des Geldes gehackt, sagte sein Anwalt. Vielmehr habe er es als intellektuelle Herausforderung angesehen. (ez, derStandard.at, 6.4.2012)