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Als die ersten Feuerwehrleute eintrafen, stand die Mansardenwohnung in Vollbrand.

Foto: APA/AKTIVNEWS

Salzburg - Bei einem Brand eines Mehrfamilienhauses in Henndorf am Wallersee im Salzburger Flachgau ist am Ostermontag eine Person ums Leben gekommen. Zwei Bewohner, ein Ehepaar, wurden laut Rotem Kreuz mit leichteren Verletzungen ins Landeskrankenhaus Salzburg gebracht. Vermutet wird, dass es sich bei der Leiche um den 16-jährigen Sohn des Ehepaares handelt. "Wir müssen noch einen DNA-Abgleich abwarten. Erst dann ist die Identität des Toten bestätigt", sagte Polizeisprecherin Irene Stauffer.

Das Feuer war um 5.00 Uhr ausgebrochen. Der Vater des 16-Jährigen verständigte die Feuerwehr. "Er wohnte mit seiner Frau im Erdgeschoß und wollte noch in das zweite Obergeschoß laufen, um seinen Sohn zu alarmieren. Dieser wohnte dort in einer kleinen Mansardenwohnung mit zwei Zimmern", schilderte ein Feuerwehrmann. Doch der Vater konnte nicht mehr ins Dachgeschoß hinauf, dichter Rauch schlug ihm entgegen. Der Mann erlitt an einer Hand leichte Verbrennungen und rannte wie seine Ehefrau - beide sind laut Polizei knapp über 50 Jahre alt - ins Freie.

Vollbrand

Als die ersten Feuerwehrleute eintrafen, "stand die Mansardenwohnung in Vollbrand", sagte Simon Leitner, Einsatzleiter und Ortsfeuerwehrkommandant von Henndorf. Vorerst war unklar, ob sich der Sohn überhaupt in der Mansarde aufhielt. Spekuliert wurde, dass sich auch seine Freundin in der Wohnung befinden könnte. Schließlich stellte sich heraus, dass sie nicht in dem Haus im Ortsteil Hankham war.

Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig. "Die Mansardenwohnung war komplett aus Holz gebaut, es hat schnell gebrannt", sagte Leitner. "Wir haben versucht, zuerst einen Innenangriff zu starten." Das sei aber wegen des fortgeschrittenen Brandes und der starken Rauchentwicklung fehlgeschlagen. Deshalb wurde das Feuer zunächst von außen von allen Seiten bekämpft. Zwei Drehleitern aus Seekirchen und Straßwalchen unterstützen den Einsatz. "Wir sind auch mit Motorsägen und dergleichen von der Nachbarwohnung aus von der vorderen in die hintere Wohnung durchgebrochen, wir haben das Feuer umfassend angegriffen", betonte der Ortsfeuerwehrkommandant.

Alarmstufe drei

Doch alle Bemühungen der rund 180 Feuerwehrleute aus Henndorf und den benachbarten Freiwilligen Feuerwehren, den Vermissten lebend herauszuholen, waren vergeblich. Er wurde von Feuerwehrleuten, die schließlich mit schwerem Atemschutzgerät in das Obergeschoß vordringen konnten, nur mehr tot geborgen. "Die Leiche lag unter dem Brandschutt, aber nicht im Bettbereich", erklärte ein Feuermann. Eine von der Staatsanwaltschaft angeordnete Obduktion durch die Gerichtsmedizin soll die Todesursache klären.

Um 6.30 Uhr war Alarmstufe drei ausgelöst worden, "Brand aus" hieß es gegen 8.30 Uhr. Das Haus konnte laut dem Einsatzleiter zum Teil gerettet werden. Das Gebäude war im Laufe der Zeit erweitert worden, im ersten Obergeschoß wohnte eine Tante des 16-Jährigen. "Das Obergeschoß ist jetzt abbruchreif", sagte Leitner. Zwei Brandermittler des Landeskriminalamtes Salzburg wurden nach Henndorf beordert, um die Ursache des Feuers zu klären. Ein Brandmittelspürhund wurde beigezogen. "Es wird in alle Richtungen ermittelt", sagte Polizeisprecherin Stauffer. Das Feuer ist offenbar im Bereich des Dachstuhls ausgebrochen.

Ein Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes kümmerte sich um die Betreuung der geschockten Angehörigen. Die Feuerwehr stellt eigene Peers zur Verfügung. Sie helfen bei Bedarf ihren Kameraden bei der psychologischen Aufarbeitung des Unglücks. (APA, 9.4.2012)