Frankfurt (APA/dpa-AFX) - Enttäuschende Konjunkturdaten haben den deutschen Aktienmarkt am Dienstag nach dem langen Osterwochenende tief ins Minus gedrückt. Der DAX beschleunigte am Nachmittag seine Talfahrt und verlor zum Handelsschluss 2,49 Prozent auf 6.606,43 Punkte. Damit setzte das Leitbarometer seinen im April eingeschlagenen Abwärtstrend fort. Für den MDAX ging es am Dienstag um 2,53 Prozent auf 10.332,73 Punkte bergab, der TecDAX verlor 2,28 Prozent auf 763,82 Punkte.

Angesichts der Sorgen über die Weltwirtschaft bleibe die Erholung an den Aktienmärkten aus, hieß es von Börsianern. Zu dem schwachen US-Arbeitsmarktbericht vom Karfreitag kämen als Belastungsfaktoren die wieder stärker in den Vordergrund rückende Schuldenkrise in Europa sowie enttäuschende Wirtschaftsdaten aus China hinzu. Experten werteten das schwache chinesische Importwachstum als Beleg für die zusehends schwächere Binnenkonjunktur.

Schwankungen bei Autobauern

Bankentitel wie Commerzbank und Deutsche Bank gehörten mit Abschlägen von 5,89 respektive 4,17 Prozent zu den größten Verlierern. Die konjunktursensiblen und zuletzt gut gelaufenen Aktien von Fahrzeugherstellern gaben ebenfalls überdurchschnittlich nach. Daimler verloren als zweitschwächster DAX-Wert 4,76 Prozent. Für Volkswagen (VW) ging es trotz eines Rekordquartals für die Tochter Audi um 2,99 Prozent nach unten.

Die zyklischen Infineon-Aktien büßten 4,50 Prozent ein. Im MDAX waren die Titel der Aareal Bank mit minus 5,76 Prozent das Schlusslicht. Dagegen gewannen die Aktien von SGL Group Carbon dank kräftiger Aktienkäufe vom Management des Kohlenstoffspezialisten an der Index-Spitze 1,05 Prozent dazu.

Beim Windkraftanlagen-Hersteller Nordex sorgte ein Auftrag aus China zwischenzeitlich für deutliche Kursaufschläge - zum Handelsende standen die TecDAX-Titel aber 1,45 Prozent im Minus. Analystin Katharina Cholewa von der WestLB sagte: "Es ist gut, dass Nordex in China wieder einen Auftrag erhalten hat, auch wenn es nur ein mittelgroßer ist. Allerdings dürfte das Unternehmen in diesem Jahr in China weiterhin nicht profitabel sein".

Die Papiere der Software AG sackten um 5,59 Prozent ab, unter anderem auch, weil die Analysten von JP Morgan ihre Gewinnschätzungen für dieses und das kommende Jahr deutlich gekappt und das Kursziel gesenkt hatten. (APA, 10.4.2012)