Graz - Ein Steirer ist am Mittwoch im Grazer Straflandesgericht in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen worden. Er hatte im September 2011 einen jungen Burschen in Graz durch drei Messerstiche schwer verletzt. Vom Psychiater wurde er als unzurechnungsfähig eingestuft, daher gab es keine Haftstrafe für den Angeklagten. Die Entscheidung ist nicht rechtskräftig.

Vor Gericht stand ein 25-jähriger Steirer, der die Tat von Anfang an zugegeben hatte. Er hatte sich immer wieder Dinge eingebildet und "Stimmen" gehört. So auch am 16. September 2011: Damals bildete er sich ein, dass auf dem Dachboden über seiner Wohnung eine Frau vergewaltigt wird. Er ging auf die Straße und glaubte, in einem jungen Paar Opfer und Täter erkannt zu haben.

Stich in Herzgegend

Aus diesem Grund stach er mit einem Taschenmesser dreimal auf den Burschen ein, weil er dessen Freundin für das "Vergewaltigungsopfer" hielt. Einer der Stiche traf die Herzgegend und hätte tödlich sein können, wäre er nur einen oder zwei Zentimeter tiefer gewesen, so die Gerichtsmedizinerin.

Der junge Mann war bereits vor der Tat in der Sigmund-Freud-Klinik in Behandlung gewesen und wurde nach der Messerattacke in der geschlossenen Abteilung untergebracht. Von dort flüchtete er allerdings zweimal, nun befindet er sich in der Justizanstalt Wien-Josefstadt.

"Halten Sie sich für gefährlich?", fragte der Richter den Beschuldigten. "Nein, nicht mehr", antwortete der Befragte, der derzeit mit Medikamenten behandelt wird. Diese könne man seiner Meinung nach aber "ausschleichen lassen", also langsam absetzen. Der Richter zeigte sich von diesem Gedanken wenig angetan: "Warum sind Sie zweimal geflüchtet?", wollte er wissen. "Geschlossene Türen, das hab' ich nicht so gern", meinte der Steirer. (APA, 11.4.2012)