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Kim Jong-un sieht sich am 30. Jänner eine Parade der Luftstreitkräfte Nordkoreas an.

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Die Rakete vor dem Start.

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Die Unha-13, noch bevor sie ins Meer stürzte.

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Die Rakete soll diesen Kwangmyongsong-Satelliten an Bord gehabt haben.

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Eine RC135-Aufklärungsmaschine der US-Luftwaffe bei der Rückkehr auf die japanische Basis Kadena auf Okinawa.

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Seoul/Tokio - Ungeachtet internationaler Proteste hat Nordkorea wie geplant eine Langstreckenrakete abgefeuert. Der Start schlug aber nach Angaben der Regierungen Südkoreas und Japans fehl, demnach stürzte die Rakete am Freitag kurz nach dem Start ab. Am Freitag soll sich auch der UN-Sicherheitsrat mit dem Start befassen.

Nordkorea startete die Langstreckenrakete nach Angaben des südkoreanischen Verteidigungsministeriums um 7.39 Uhr Ortszeit (0.39 Uhr MESZ). Später sagte ein Ministeriumssprecher, die Rakete sei "wenige Minuten nach dem Start in mehrere Stücke zerbrochen" und habe dann an Höhe verloren. Ein US-Regierungsvertreter sagte, es würden Berichte geprüft, wonach es einen "technischen Defekt" gegeben habe und die Rakete abgestürzt sei.

Nordkorea räumt Scheitern ein

Auch Nordkorea hat das Scheitern eingeräumt. Der Beobachtungssatellit Kwangmyongsong-3 (Glänzender Stern) habe es nicht in die vorgesehene Erdumlaufbahn geschafft, erklärte die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Freitag. "Wissenschaftler, Techniker und Experten untersuchen die Gründe für dieses Scheitern." KCNA bestätigte, dass die Trägerrakete um 7.38 Uhr gestartet war.

Während der Satellit nach offizieller Darstellung Daten über Wälder und Ressourcen in Nordkorea sammeln sollte, vermuteten die USA und mehrere ihrer Verbündeten hinter dem Start einen unzulässigen Raketentest für das nordkoreanische Atomprogramm.

Suche nach Wrackteilen

Dle geplante Flugbahn soll ersten Berichten zufolge zwischen der südlichsten japanischen Provinz Okinawa und dem Norden der Philippinen verlaufen sein. Südkoreanischen Agaben zufolge liegt die Absturzstelle westlich des südkoreanischen Hafens Kunsan, wo die USA eine Militärbasis betreiben. Zwei Zerstörer der südkoreanischen Marine kreuzen in dem Gebiet, um mögliche Überreste der Rakete zu bergen. Damit soll vor allem die Frage geklärt werden, ob tatsächlich ein Satellit an Bord war. Die USA beteiligen sich einem Militärsprecher zufiolge nicht an der Suchaktion.

Raketenexperte David Wright merkte gegenüber AP an, dass auch die beiden Versuche Südkoreas, Raketen mit einem eingene Trägersytem in den Orbit zu bringen, scheiterten. Der Absturz sei also nicht zwangsläufig auf unterlegene Technik zurückzuführen.

Japans Territorium nicht betroffen

Japans Verteidigungsminister Naoki Tanaka sagte, ein "Flugobjekt" aus Nordkorea sei offenbar nach mehr als einer Minute Flug ins Meer gestürzt. "Unser Territorium ist davon überhaupt nicht betroffen." Zuvor hatten die japanischen Behörden die Bewohner der Insel Ishigaki aufgerufen, in den Minuten nach dem Start ihre Häuser nicht zu verlassen und sich möglicherweise herunterfallendem Schrott nicht zu nähern. Für den Fall, dass die Rakete in Richtung japanisches Staatsgebiet abstürzt, hatte Japan sein Raketenabwehrsystem in Stellung gebracht.

Der japanische Rundfunksender NHK berichtete unter Berufung auf einen Mitarbeiter des japansichen Verteidigungsministeriums, die Rakete sei nach dem Start in vier Teile zerbrochen und ins Gelbe Meer vor der Westküste der koreanischen Halbinsel gestürzt. Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete, die Teile der Rakete seien rund 190 bis 200 Kilometer westlich der Hafenstadt Kunsan ins Gelbe Meer gestürzt.

Verstoß gegen internationale Verpflichtungen

Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle (FDP) sagte in New York der Nachrichtenagentur AFP, bei dem Raketenstart handle es sich um einen Verstoß Nordkoreas gegen seine internationalen Verpflichtungen, der die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel weiter verschärfen werde.

Nötig sei jetzt eine starke Reaktion des UN-Sicherheitsrates auf diesen Verstoß gegen internationales Recht. Der UN-Sicherheitsrat soll noch am Freitag in einer Dringlichkeitssitzung über den Raketenstart beraten.

China kritisiert Nordkorea

Die Weltgemeinschaft müsse auf Nordkoreas Pläne reagieren und Regeln für das Land aufstellen. "Sie können nicht machen, was sie wollen, sich nicht um die internationalen Besorgnisse kümmern und keinen Rat annehmen", äußerte sich Zhang Liangui außergewöhnlich kritisch für einen chinesischen Experten. "Es ist nicht hinzunehmen, ein derart widerspenstiges Mitglied in der Weltgemeinschaft zu haben."

Atomtest befürchtet

Auch der Forscher Yang Xiyu vom chinesischen Institut für Internationale Studien in Peking geht davon aus, dass Nordkorea weiter auf dem Konfrontationsweg voranschreitet. "Aus technischen Gründen wird Nordkorea früher oder später einen Atomtest abhalten", sagte Yang Xiyu. "Die Frage ist nicht, ob, sondern wann der nächste Atomtest vorgenommen wird." Der Experte warnte vor einer Verschärfung der Lage. "Es ist Chinas Aufgabe, eine Eskalation zu verhindern." Die Reaktionen müssten Raum für Diplomatie lassen, weil das Problem nur durch Verhandlungen gelöst werden könne. (APA, 13.4.2012)