Wien - Ein Beirat hat die 1.848 Bürgervorschläge der Wiener Charta ausgewertet. Drei breite Themenblöcke sind dabei herausgekommen: Verhalten, Haltung und Raum. Nun soll in der zweiten Phase des Projekts in Gruppengesprächen möglichst intensiv darüber diskutiert werden.

Zu diesem Zweck können die rund 260 Partnerorganisationen, die ihre Mitarbeit bei der Erstellung des Leitfadens für ein gutes Zusammenleben zugesagt haben, die Gespräche organisieren. Konkret geht es von Integration über Streit im Straßenverkehr bis hin zu Sauberkeit in den Öffis. Der unabhängige sechsköpfige Beirat, der am Freitag in einer Pressekonferenz vorgestellt wurde, soll den geordneten Ablauf des Charta-Prozesses garantieren.

"Mehr Lächeln, mehr einander in die Augen schauen"

Der Komplex "Verhalten" umfasst unter anderem Manieren in den Öffis oder Rücksicht zwischen Radlern und Autofahrern, aber auch alltägliche Umgangsformen. Journalist Peter Pawlowksy, ebenfalls im Beirat vertreten, hatte bereits eine mögliche Lösungsformel parat: "Mehr Lächeln, mehr einander in die Augen schauen." Unter dem Überbegriff "Haltung" sollen etwa das Sprachenthema oder Konflikte zwischen Einheimischen und Zuwanderern diskutiert werden.

"Raum" meint sowohl die Frage der Sauberkeit in der Stadt, aber auch die Nutzung öffentlichen Raums. Bei der Online-Erhebung wurde hier vorrangig "Mehr Platz für Grün und Kinder" gefordert sowie die Privatisierung zwecks Werbung und Konsumzwang kritisiert, so Pawlowsky.

Nach der Gesprächsphase, die bis Mitte Oktober dauert, werden alle Ergebnisse noch einmal online diskutiert. Ende November soll die Wiener Charta dann in ihrer Endfassung vorliegen. Laut Charta-Projektleiterin Ursula Struppe sind für den gesamten Prozess 450.000 Euro budgetiert. (APA/Red., 13.04.2012)