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Dortmund ist fast durch.

Foto: dapd/Augstein

Gelsenkirchen - Deutschlands Fußball-Meister Borussia Dortmund hat einen weiteren großen Schritt in Richtung erfolgreicher Titelverteidigung gemacht. Drei Tage nach dem 1:0 gegen den ersten Verfolger Bayern München setzten sich die Dortmunder am Samstag auch im Revierderby beim Erzrivalen Schalke 04 mit 2:1 (1:1) durch. Drei Runden vor Schluss beträgt der Vorsprung Dortmunds nun 8 Punkte, weil die Bayern gegen Mainz über ein 0:0 nicht hinauskamen.

Christian Fuchs kehrte nach einer überstandenen Magen-Darm-Erkrankung in Schalkes Startelf zurück. Der Linksverteidiger ist allerdings im nächsten Spiel in Augsburg gesperrt. Fuchs sah für ein Foul an Dortmund-Star Shinji Kagawa seine fünfte Gelbe Karte der Saison (34.), nach einem weiteren gegen Jakub Blaszczykowski hätte es sogar Gelb-Rot sein können (81.).

Der Österreicher war damit aber nicht der Einzige - auf beiden Seiten wurde in einem intensiven Spiel vor 61.000 Zuschauern ordentlich ausgeteilt. Alle drei Tore fielen nach Eckbällen. Jefferson Farfan brachte Schalke von der Strafraumgrenze in Führung (9.). Kagawa hatte den Schuss des Peruaners mit dem Kopf noch leicht abgefälscht. BVB-Außenverteidiger Lukasz Piszczek schlug mit einem sehenswerten Drehschuss zurück (17.).

Kehl zum Glück

Für die Entscheidung vor 61.673 Zuschauern sorgte Dortmunds Kapitän Sebastian Kehl entgegen dem Spielverlauf. Schalke hatte bis dahin mehr von der Partie. Der Innenverteidiger kam nach einem Eckball von links im Fünfer glücklich an den Ball, nachdem ihm ausgerechnet Christoph Metzelder den Ball serviert hatte. Schalkes Abwehrchef hatte von 2000 bis 2007 beim Erzrivalen gespielt.

Dortmund ist bereits seit 25 Runden ungeschlagen, das ist neuer Ligarekord in einer Saison. Schalke muss dagegen weiterhin um Platz drei und damit verbunden die fixe Qualifikation für die Champions League zittern. Der Vierte Borussia Mönchengladbach könnte den Königsblauen am Sonntag mit einem Heimsieg gegen den Abstiegskandidaten Köln bis auf einen Punkt naherücken.

Dortmunds Trainer Jürgen Klopp war nach dem Schlusspfiff hörbar erleichtert:  "Das war richtig Arbeit für alle Beteiligten mit einem glücklichen Sieger. Wir haben alles rausgepresst, was noch drin war. Wir mussten uns richtig reinbeißen. Es war ein harter Gegner und der Boden war schwer. Wir mussten uns zum Fußballspielen zwingen, das Tor haben wir auch erzwungen und leidenschaftlich verteidigt."

Bayern lässt Punkte gegen Mainz

Bayern München starteten beim 0:0 gegen Mainz vor Heimpublikum mit Hinsicht auf das Champions League-Halbfinal-Duell mit Real Madrid an mehreren Positionen verändert. David Alaba lief anstelle von Franck Ribery diesmal als linker Offensivspieler auf, wurde in der Pause aber wieder ausgewechselt. Dennoch ging er in seiner 50. Partie in der deutschen Bundesliga in die Club-Annalen ein. Mit 19 Jahren, 9 Monaten und 21 Tagen ist der Wiener der jüngste Bayern-Spieler der Vereinshistorie, der die 50-Spiele-Marke knackte. Alaba löste Georg Schwarzenbeck ab, der dies zuvor 1968 im Alter von 20 Jahren und 17 Tagen geschafft hatte. Im Trikot der Mainzer spielte Andreas Ivanschitz als Stürmer, Julian Baumgartlinger im defensiven Mittelfeld. Beide wurden nach einer knappen Stunde ausgetauscht.

Die Münchner bestimmten gegen passive Mainzer zu jeder Zeit das Geschehen, setzten aber so gut wie keine Glanzlichter. Der Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes fehlte der letzte Wille, sich vor eigenem Publikum zumindest ein wenig zu rehabilitieren. Entsprechend wagten sich die Mainzer etwas weiter in die gegnerische Hälfte, die für die Offensive zuständigen Szalai und Ivanschitz bekamen aber zu wenig Unterstüzung. Auf der Gegenseite traf Anatolij Timoschtschuk in der 43. Minute mit einem Weitschuss die Stange.

Nach der Pause, in die die Bayern von den 69.000 Zuschauern mit einem gellenden Pfeifkonzert verabschiedet wurden, ließen die Hausherren mit dem eingewechselten Franck Ribéry ein ums andere Mal ihre Klasse aufblitzen, Timoschtschuk scheiterte erneut knapp (53.). Heynckes reagierte und brachte Mario Gomez für Olic. Bayerns bester Schütze vergab drei Minuten später leichtfertig die Führung.

Augsburg überrascht

Im Kampf um die Europa-League-Plätze zeigten sowohl Bayer Leverkusen als auch Hannover 96 Schwächen. Während Vizemeister Leverkusen gegen den Vorletzten Hertha BSC Berlin nicht über ein 3:3 hinauskam, musste sich Hannover beim ebenfalls abstiegsbedrohten Hamburger SV 0:1 geschlagen geben. Emanuel Pogatetz kehrte bei Hannover in die Innenverteidigung zurück, das Tor für den HSV erzielte der Südkoreaner Son Heung-Min (12.).

Hertha schien nach Toren von Schürrle (44.) und Kießling (51.) schon geschlagen, bevor Lasogga (63.) mit seinem Anschlusstreffer aber wieder Hoffnungen weckte. Den nächsten Rückschlag durch die Rote Karte für Kobiaschwili wegen einer Notbremse im Strafraum steckten die Berliner weg, weil Keeper Kraft den fälligen Elfmeter von Simon Rolfes ans Lattenkreuz lenkte. Torun brachte die Berliner mit einem Doppelschlag (71. und 76.) sogar in Führung, bevor Kießling mit seinem zweiten Treffer für den Endstand sorgte (84.).

Wie die Hamburger verschaffte sich auch Aufsteiger Augsburg mit einem 2:1 in Wolfsburg Luft im Kampf um den Klassenerhalt. Schlusslicht Kaiserslautern ist nach einer 0:2-Heimniederlage gegen Nürnberg praktisch abgestiegen. Neun Punkte fehlen bei einem Spiel mehr auf den Relegationsplatz, den derzeit Köln annimmt. (red/APA/sid, 14.4.2012)