Kirkuk - Terroristen haben in der irakischen Stadt Kirkuk während einer Menschenrechtskonferenz mit internationalen Gästen eine Autobombe gezündet. Der Sprengsatz detonierte am Sonntag nach Angaben von Augenzeugen etwa 100 Meter von dem Konferenzzentrum entfernt, das auf dem Gelände der Universität von Kirkuk liegt.

Die Polizei berichtete, ein Sicherheitsbeamter sei durch die Explosion ums Leben gekommen. Zwölf weitere Menschen wurden verletzt, als die Bombe neben dem Konvoi der Konferenzteilnehmer detonierte. Unter den Verletzten seien drei Mitarbeiter der Uni, sagte der Polizeidirektor Sarhad Kader. Die ausländischen Konferenzteilnehmer, zu denen auch mehrere Professoren aus Deutschland und den Niederlanden gehörten, blieben alle unverletzt.

Die Konferenz zum Thema "Von Gewalt zum Gewaltverzicht: Analyse, Dialog und gesellschaftliche Beteiligung in Kirkuk" begann am Sonntagmorgen. Nach dem Anschlag in der Mittagszeit fuhren die Teilnehmer in die als relativ sicher geltende Stadt Erbil, die - anders als die Vielvölkerstadt Kirkuk - zum kurdischen Autonomiegebiet des Irak gehört. "Es ist schon sehr zynisch, einen Anschlag auf eine Konferenz zum Thema Gewaltverzicht zu verüben", sagte die deutsche Journalistin Birgit Svensson, die zu den Organisatoren der Veranstaltung gehörte. Sie beklagte, dass die Sicherheitskräfte kurz nach dem Anschlag verschwunden seien. (APA, 16.4.2012)