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Die Explosion ereignete sich im Liebherr-Werk in Nenzing.

Foto: APA/REINHARD MOHR

Bregenz - Die Explosion im Vorarlberger Liebherr-Werk in Nenzing (Bezirk Bludenz) am Dienstagnachmittag hat ein Todesopfer gefordert. Der 18-jährige Lehrling, der nach dem Unglück mit dem Hubschrauber in eine Spezialklinik nach Deutschland geflogen worden war, ist in der Nacht auf Mittwoch seinen schweren Brandverletzungen erlegen, erklärte Polizeisprecher Rainer Fitz am Mittwoch. Zum Hergang der Explosion gab es vorerst keine neuen Erkenntnisse.

Bei der Explosion in einer Lackierbox waren neben dem 18-Jährigen sieben weitere Personen verletzt worden, darunter fünf Schüler der Mittelschule Nenzing, die den Betrieb besichtigten. Sie kamen jedoch mit einer Rauchgasvergiftung davon.

Keine neuen Erkenntnisse

Wie es zu der Explosion kam, war am Mittwoch weiter ungeklärt. Sie ereignete sich gegen 15.25 Uhr in der Lehrlingslackierbox des Unternehmens. Am Dienstag wurden aufgrund des Besuchs der Schüler allerdings keine Arbeiten in der Lackierbox durchgeführt. "Man kann noch nicht sagen, ob es sich um menschliches oder technisches Versagen handelt", erklärte Polizeisprecher Fitz.

Neben der örtlichen Polizei ermittelten auch das Landeskriminalamt sowie Beamte des Koordinierten Kriminaldienstes Bludenz sowie des Bundeskriminalamts. Nähere Erkenntnisse seien frühestens am Donnerstag zu erwarten, hieß es.

Für Geschäftsführer Walter Länge war die Explosion ebenfalls rätselhaft. "Dazu braucht es ein zündfähiges Gemisch und einen Funken. Beides dürfte es in dem Bereich nicht geben", sagte Länge. Zum entstandenen Schaden könne man noch keine Angaben machen. Man habe sich noch kein entsprechendes Bild machen können, so der Geschäftsführer. Zum Glück habe die Betriebsfeuerwehr, die den Ersteinsatz geleistet hat, großartig reagiert und gearbeitet.

Lob für Ersthelfer

Reinhard Moosbrugger vom Roten Kreuz lobte ebenfalls die Ersthelfer. Aufgrund der Großalarmierung seien sofort fünf Notärzte an Ort und Stelle verfügbar gewesen, die die Versorgung übernahmen. Der Schwerverletzte wurde mit dem Hubschrauber in eine Spezialklinik nach Murnau (Bayern) geflogen, vier Personen wurden ins LKH Feldkirch gebracht, drei ins LKH Bludenz. Acht Personen erlitten unmittelbar bei der Explosion Verletzungen, zudem zog sich ein Feuerwehrmann Blessuren zu.

Nach Angaben von Alexander Loretz von der Betriebsfeuerwehr standen fünf Feuerwehren mit 180 Mann und 17 Fahrzeugen im Einsatz. Kurz nach 17 Uhr war "Brand aus" gegeben worden. (APA, 18.4.2012)