Moskau - Der russische Ölkonzern Rosneft und der US-Riese ExxonMobile haben sich auf eine milliardenschwere Partnerschaft geeinigt: Die im Beisein von Russlands Premier Wladimir Putin unterzeichnete Vereinbarung sieht die gemeinsame Erschließung von Lagerstätten vor der russischen Küste vor. Rosneft erhält im Gegenzug Zugang zum US-Markt.

In Russland ist die Gründung von zwei Joint Ventures geplant, die Öl- und Gasfelder im Schwarzen Meer, in der arktischen Karasee und in abgelegenen Gebieten Westsibiriens erschließen sollen. Die Ölvorräte in der Karasee werden auf 4,9 Mrd. Tonnen Öl geschätzt, im Schwarzen Meer sind es 1,2 Mrd. Tonnen.

Die Kosten sind entsprechend hoch: Exxon muss allein in die geologische Vorerkundung 2,5 Mrd. Euro investieren. Russlands Vize-Premier Igor Setschin schätzt die Erschließungskosten insgesamt in der Karasee auf 200 bis 300 Mrd. US-Dollar und im Schwarzen Meer auf etwa 50 Mrd. US-Dollar.

Um die Erschließung der Lagerstätten voranzutreiben, hat Russland das auf dem Schelf gewonnene Öl vom Exportzoll befreit. Setschin versprach zudem Zollfreiheit bei der Einfuhr von Maschinen und Steuererleichterungen. Während Exxon durch die Partnerschaft Zugang zu riesigen Lagerstätten in Russland erhält, hofft Rosneft auf einen Technologieschub und frisches Kapital. (André Ballin aus Moskau, DER STANDARD, 18.4.2012)