Hätte der spanische König ein Benimm-Buch für Monarchen, verbesserte Ausgabe von 2012, zur Hand gehabt, dann hätte er unter Elefant gefunden: "Geht gar nicht. Weder selbstbezahlt noch eingeladen." Der Beruf Monarch ist eben auch nicht mehr das, was er einmal war. Da hätte unser Kaiser Franz Joseph schön g'schaut, wenn ihm die Neidgesellschaft etwa seinen 9999. Rehbock madig gemacht hätte.

Sie haben es heutzutage viel schwerer, die öffentlichen Herrschaften. Sie dürfen fast gar nichts mehr: Sie dürfen sich von einem Unternehmer nicht auf "Gruppenreisen" mit Sekretär, Bruder und "4. Person" einladen lassen (Roberto Formigoni, Präsident der Lombardei - und viele andere mehr, etwa der den Deutschen so teure Expräsident Christian Wulff). Auch wenn sie danach glaubhaft versichern, dass zu Reiseende eh abgerechnet worden sei.

Trotz ihrer schweren Berufe dürfen sie auch nicht für ein bisschen nette Gesellschaft bezahlen oder bezahlen lassen (Strauss-Kahn), und man dreht ihnen einen Strick daraus, wenn sie nicht darauf achten, dass die nette Gesellschaft nicht minderjährig ist. Selbst wenn das garantiert ist, soll sie für ihren Strip kein Nonnenkostüm tragen (beides Berlusconi).

Die Nonne ist heute Abgeordnete im lombardischen Parlament. Alles legal, und ist doch schön, wenn man für Familie und Freunde etwas tun kann. Was ja auch an österreichischen Universitäten vorkommen soll. (guha, DER STANDARD, 18.04.2012)