Linz - Südhang, zwei kleine Bäche, ein gesunder Baumbestand und dazu noch ein kleines Stück des europäischen Jakobswegs. Das sogenannte " Schreiberholz" nahe dem kleinen Ort Pfarrkirchen im Mühlkreis ist ein Forstidyll. Künftig nicht nur für noch aktive Wanderer. Die beiden Bestatter Dietmar Krisai und Karl Lindorfer eröffnen dort nämlich Oberösterreichs ersten "Urnenforst".

Die Asche der Verstorbenen wird in einer verrottbaren Urne bei Bäumen oder Steinen beigesetzt. Nur ein Holzpflock mit einem kleinen Namensschild erinnert an die Toten. "Wir wollen bewusst keine Grabgestaltung. Der Wald übernimmt die Grabpflege, und die Asche geht in den Kreislauf der Natur ein", erläutert Krisai, der auch Besitzer des 5, 8 Hektar großen Waldes ist.

Die behördlichen Genehmigungen haben die Bestatter bereits, ausständig ist noch eine Flächenumwidmung. Je nach Größe des Toten-Stamms kostet die Mühlviertler Waldesruh einmalig zwischen 400 und 2000 Euro. (mro, DER STANDARD, 21./22.4.2012)