Tripolis - Bei Kämpfen im Süden Libyens sind am Wochenende mindestens zwölf Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt worden. Kräfte der libyschen Armee hätten Angehörige des Tubu-Stammes in der Oasen-Stadt Kufra seit Freitag unter anderem mit Granaten und Grad-Raketen beschossen, sagte ein Tubu-Vertreter am Samstagabend. Mehr als 35 Menschen seien verletzt worden, zahlreiche Häuser seien niedergebrannt. Er warf der libyschen Armee vor, Teile ihrer Einheiten nicht unter Kontrolle zu haben.

Der Chef der Brigade Libyscher Schild, Wissam Ben Hamid, nannte als Ursache der Kämpfe, die Tötung eines Tubu-Mannes durch einen Angehörigen eines anderen Stammes. Die Tubu hätten daraufhin jedes Auto beschossen, das durch ihr Gebiet gefahren sei. Bei Kämpfen zwischen verfeindeten Stämmen waren bereits im Februar nach UNO-Angaben in Kufra mehr als hundert Menschen getötet worden. Demnach war die Hälfte der Bevölkerung der 40.000-Einwohner-Stadt geflohen. Die Regierung hatte daraufhin eine Brigade entsandt, um für Ruhe zu sorgen. (APA, 22.04.2012)