Kabul - Nach mehr als eineinhalb Jahren haben Afghanistan und die USA sich auf ein Abkommen für eine strategische Partnerschaft geeinigt. Einen Monat vor dem NATO-Gipfel in Chicago teilte der Präsidentenpalast in Kabul am Sonntag mit, der Entwurf könne nun von den Präsidenten Hamid Karzai (Afghanistan) und Barack Obama (USA) unterzeichnet werden.

Die afghanische Regierung werde das Parlament in Kabul an diesem Montag über die Inhalte des Vertrags unterrichten. Nach der Unterzeichnung durch die Präsidenten würden die afghanischen Abgeordneten über das Abkommen abstimmen.

Über konkrete Inhalte des Abkommen wurde zunächst nichts mitgeteilt. Der Vertrag soll die Unterstützung der USA für Afghanistan und die Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern nach dem Ende des NATO-Kampfeinsatzes 2014 regeln. Er soll den USA zudem die Nutzung von Militärstützpunkten nach 2014 erlauben. Auf einer Loja Jirga - einer Großen Ratsversammlung - hatten die afghanischen Delegierten unter anderem gefordert, die Stationierung von US-Soldaten in ihrem Land auf zehn Jahre bis 2024 zu begrenzen.

Das bilaterale Abkommen hätte bereits vor der Jirga stehen sollen. Die Diskussion hatte sich aber wegen mehrerer Streitpunkte verzögert. Unter anderem war es um die nächtlichen Einsätze von US-Spezialkräften gegen die Taliban gegangen, die inzwischen offiziell in afghanische Verantwortung übergeben wurden. (APA/dpa)