Rom - Italienische Tierschützer stehen derzeit auf Kriegsfuß mit Plänen zum Bau von Europas größtem Schlachthof, der unweit der lombardischen Stadt Brescia errichtet werden soll. Auf einem 100.000 Quadratmeter großem Gelände sollen wöchentlich 50.000 Schweine geschlachtet werden, also rund 2,5 Millionen jährlich. Die Anlage werde auf einem landwirtschaftlich genutzten Gebiet entstehen, so die römische Tageszeitung "La Repubblica" am Dienstag.

350 Lkw pro Tag sollen wöchentlich mit jeweils 150 Schweinen den Schlachthof ansteuern, in dem insgesamt 800 Personen beschäftigt werden. In der aktuellen Krisensituation sei der Schlachthof eine Chance für viele arbeitssuchende Menschen, betonte Cesare Meletti, Bürgermeister der Ortschaft Manerbio bei Brescia, wo der Schlachthof entstehen soll.

Belastung für Umwelt

Die Tierschützer prangern schon seit Jahren schlechte Haltungsbedingungen von Tieren, lange Transporte zu den Schlachthöfen und dortige Betäubungsvorgänge an. Außerdem würden Schlachthöfe eine Belastung für die Umwelt darstellen. Das Zentrum der italienischen Schweinefleischproduktion befindet sich in den Regionen Lombardei und Emilia Romagna. Vier Millionen Schweine werden jährlich allein in der Lombardei geschlachtet. (APA, 24.4.2012)