Los Angeles - Makabre Memorabilie: Das Opernglas, das Abraham Lincoln am Abend seiner Ermordung im Washingtoner Ford's Theater bei sich trug, wird versteigert. Der damalige US-Präsident schaute sich am 14. April 1865 eine Aufführung an, als der fanatische Südstaaten-Sympathisant John Wilkes Booth in seine Loge eindrang und ihm aus kurzer Entfernung in den Kopf schoss. Der Amerikanische Bürgerkrieg, de facto längst entschieden, befand sich zu diesem Zeitpunkt kurz vor seinem Ende - keine zwei Wochen später ergaben sich die letzten Südstaaten-Einheiten auf den Kriegsschauplätzen im amerikanischen Osten.

Laut dem Auktionshaus Nate D. Sanders Auctions fand der Armee-Hauptmann James McCamly Lincolns schwarz-goldenes Opernglas aus deutscher Herstellung später auf der Straße, als er dabei half, den tödlich verwundeten Präsidenten aus dem Theater zu bringen. Anschließend sei das Opernglas drei Generationen im Besitz der Familie McCamly geblieben.

1979 kaufte Malcolm Forbes Sr., der Erbe des "Forbes"-Magazins, das Andenken an den Präsidenten. Am 30. April soll das Opernglas nun in einer Online-Auktion versteigert werden. Es wird auf einen Wert von umgerechnet 380.000 bis 530.000 Euro geschätzt. (APA/red, derStandard.at, 25.4.2012)