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Wien - Der börsenotierte Baukonzern Strabag will die Dividende für 2011 von 55 auf 60 Cent je Aktie anheben, nachdem der Gewinn je Aktie von 1,53 auf 1,75 Euro geklettert ist. "Es ist gelungen, den Tausendfüßler am Leben zu erhalten - Ergebnis und Umsatz wurden ausgeweitet", sagte Konzernchef Hans Peter Haselsteiner heute, Freitag, bei der Bilanzpressekonferenz. Die Strabag ist betreffend Betätigungsfelder und Länder breit aufgestellt. Die angepeilte Dividende entspricht einer Ausschüttungsquote von 34 Prozent und bewegt sich am unteren Ende der von der Strabag offiziell angestrebten Bandbreite von 30 bis 50 Prozent.

Für 2012 rechnet Haselsteiner mit einer "stabilen Leistung im übertragenen Sinn - das ist das, was wir uns zu sagen trauen", sagte er. Die Guidance von 300 Mio. Euro für den operativen Gewinn (EBIT) nehme die Strabag nicht zurück, erkläre sie aber für "mehr als ehrgeizig". Die Herausforderung des laufenden und auch der nächsten Jahre sei der in der Baubranche entbrannte Preiskampf.

Reflex

"Die wirtschaftlich wirklich großen Unsicherheiten verursachen einen Reflex: 'Ich muss diesen Auftrag haben, weil es ist vielleicht der letzte'", schilderte der Strabag-Chef die derzeitige Panik im Markt. "Das wird sich dramatisch auf die Margen und die Profitabilität auswirken, das heißt wir haben ein Preisniveau, das nicht mehr erklärbar und nicht mehr lustig ist." Als Konsequenz geht die Strabag auch verstärkt in Nischen wie den Gleis-, Offshore- und Ingenieurwasserbau.

Mit dem Ergebnis im abgelaufenen Geschäftsjahr ist Haselsteiner eigenen Angaben zufolge "zufrieden" - im Vergleich zur Konkurrenz sei es "außergewöhnlich". Der Nettogewinn legte im Jahresabstand von 188,4 auf 239,3 Mio. Euro zu - das davon den Anteilseignern des Mutterunternehmens zustehende Konzernergebnis erhöhte sich um 12 Prozent auf 195 Mio. Euro.

"Das Gleichbleiben der EBIT-Marge (2,4 Prozent, Anm.) ist angesichts der Umsatzausweitung auf fast 14 Mrd. Euro erfreulich", meinte Haselsteiner. Im Jahr davor hatte sich der Umsatz noch auf 12,4 Mrd. Euro belaufen.

Komfortable Eigenkapitalquote

Die Eigenkapitalquote von 30,3 Prozent erachtet der Konzern als komfortabel. "25 Prozent wären die Schwelle für Kapitalmaßnahmen", so der Konzernchef. "In drei bis vier Jahren wird es wieder eine Kapitalmaßnahme geben - dann ist unsere Eigenkapitalquote unter 25 Prozent." Ein Wert unter 20 Prozent wäre laut Haselsteiner "undenkbar", 25 Prozent wären "wünschenswert". "Dass wir die 47 Euro Ausgabekurs nicht mehr erreichen ist uns und unseren Anlegern klar", meinte er.

Zunächst erneuert der Bauriese Aktienrückkaufbeschlüsse. "Das sind aber Vorratsbeschlüsse - wir haben zur Zeit keine Pläne diesbezüglich", betonte Haselsteiner. Zum Jahresende hatte die Strabag 268 Mio. Euro Cash netto. "Das ist bequem und gibt uns Spielraum."

Beim Aktienrückkauf steht die Strabag derzeit bei 8,2 Prozent - dafür waren wegen des niedrigen Aktienkurses nur rund 195 Mio. Euro aufzuwenden. Die Strabag lässt sich nun einen "Vorsorgebeschluss für 10 Prozent" geben. "Wenn wir den Konzern durch Zukäufe vergrößern wollten, würden wir nicht Cash bezahlen, sondern Strabag-Aktien dafür tauschen", erklärte Haselsteiner.

An der Wiener Börse notierte die Strabag-Aktien zu Mittag bei 20,40 Euro 0,7 Prozent im Plus. (APA, 27.4.2012)