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E-learning gehört an den Unis längst zum Alltag.

Foto: REUTERS/Eric Thayer

Am Universtitätscampus die Orientierung verloren? Kein Problem mit der App "whereTUgo" können Studierende der Technischen Universität Wien Lagepläne der Hörsäle, Öffnungszeiten der Institute oder auch den Menüplan der Mensa abrufen. Entwickelt wurde diese App von Informatikstudierenden der TU Wien. Eine ähnliche App gibt es auch für die TU Graz. Die Entwicklung neuer Apps für Smartphones und Tablets ist ein Schwerpunkt.

Die Vorlesung iPhone Application Development gehört mittlerweile zu einer der beliebtesten, sagt Martin Ebner, Lehrender und Abteilungsleiter Vernetztes Lernen der TU Graz. Von den Teilnehmern der Lehrveranstaltung werden zwischen zehn bis 15 neue Applikationen entwickelt, sagt er. Viele davon sind Lernanwendungen. Das sei aber nur ein Beispiel, wie neue Medien das Lernen unterstützen können.

Personalisierte Angebote

Seit 2006 gibt es an der TU Graz eine eigene Abteilung Vernetztes Lernen im Zentralen Informatikdienst der Universität. Mittlerweile sind 80 Institute daran beteiligt. Das Angebot reicht von Lehr- und Lernportalen und Systemen über multimediale Inhalte, Web 2.0 und E-Learning bis zu Open Content. Mit dem Angebot, das zum Teil auch in Kooperation mit der Karl-Franzens-Universität angeboten wird, soll die Regellehre unterstützen.

Seit 2010 gibt es auch unter "My TU Graz" ein Personal-Learning-Environment, bei dem sich die Studierenden einen Personal Desktop im Web-Browser nach den jeweiligen Bedürfnissen einrichten können. Neben den Services der TU Graz (z. B. Webmail, TeachCenter, TUGrazOnline) und speziell programmierten Lernobjekten können auch andere webbasierte Applikationen wie Facebook und Twitter eingebunden werden. Dieses Angebot gebe es in Europa nur noch an der Universidad de Salamanca in Spanien, ergänzt Ebner.

Darüber hinaus habe die TU Graz schon früh mit der Aufzeichnung von Vorlesungen im Hörsaal begonnen. Auf iTunes U, der Open-University-Plattform auf iTunes, können Vorlesungen und Lernmaterial downgeloadet werden, und durchschnittlich wird es von 22.000 Usern pro Woche auch genutzt.

Ausgewählte Vorlesungen, Vorträge und Studieninformationen auf iTunes U gibt es unter anderem auch von der Universität Innsbruck. Die Inhalte reichen dabei von Vorlesungen zur Architekturtheorie über Videos von physikalischen Experimenten bis zu Vorträgen und Diskussionen des Arbeitskreises Wissenschaft und Verantwortlichkeit. Universität Innsbruck und TU Graz waren die beiden ersten österreichischen Universitäten, die iTunes U nutzen.

Einen Überblick über die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten von E-Learning zeigt das Lehrbuch für Lehren und Lernen mit Technologien (L3T), das sowohl elektronisch unter l3t.tugraz.at als auch in gedruckter Form verfügbar ist. In 48 Kapiteln haben 115 Wissenschafter unterschiedlicher Fachrichtungen Beiträge aus ihren Bereichen verfasst. Somit ist ein interdisziplinäres Grundlagenwerk zum Thema technologiegestütztes Lernen und Lehren entstanden. (Gudrun Ostermann, DER STANDARD, 28.4.2012)