Wien - Zum zweiten Mal haben Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) und die neun größten Erwachsenenbildungsverbände Österreichs Leistungsvereinbarungen abgeschlossen. Für die Jahre 2012 bis 2014 bekommen die Verbände 17 Mio. Euro und damit ebenso viel wie in der vergangenen Periode, wie am Freitag anlässlich der Überreichung der Leistungsvereinbarungen an Volkshochschulen-Verbandspräsidentin und Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (S) sowie an EU-Kommissar Johannes Hahn (ÖVP), den Präsidenten des Rings Österreichischer Bildungswerke, bekanntgegeben wurde.

Für diesen Zuschuss von insgesamt 5,69 Millionen Euro jährlich für Personal- und Sachaufwand verpflichten sich die in der "Konferenz der Erwachsenenbildung Österreichs" (KEBÖ) zusammengeschlossenen Verbände dazu, zehn verbindliche Ziele und 16 je nach Verband verschiedene Indikatoren zu erfüllen, wie es in den Presseunterlagen des Unterrichtsministeriums heißt. So legte etwa der Ring Österreichischer Bildungswerke fest, dass er pro Jahr 19.000 Bildungsveranstaltungen für 1,2 Millionen Teilnehmer anbieten und bis 2014 die Angebote speziell für Migranten und Senioren ausbauen wird. Die Volkshochschulen haben sich indes verpflichtet, jährlich 5.800 Personen den zweiten Bildungsweg zu ermöglichen.

Weiterbildungswütige Österreicher

Die im KEBÖ zusammengeschlossenen Vereine bieten insgesamt mehr als 210.000 Bildungsveranstaltungen pro Jahr an landesweit rund 7.000 Bildungsstandorten an. Österreicher bilden sich im Schnitt deutlich häufiger weiter als der EU-Schnitt: 42 Prozent der Österreicher bilden sich im Laufe von zwölf Monaten weiter, im EU-Schnitt sind es 35 Prozent. Allerdings hat Skandinavien noch wesentlich bessere Werte (Schweden: 73 Prozent, Finnland: 55 Prozent). Dabei sind Frauen in Österreich etwas weiterbildungswilliger: 15 Prozent der Frauen beteiligen sich an lebenslangem Lernen, aber nur 13 Prozent der Männer. Am beliebtesten sind laut Unterrichtsministerium Kurse in den Bereichen Soziales, Wirtschaft und Recht. (APA, 27.4.2012)