Wien/Bregenz - Der EU-Abgeordnete Martin wird von seinem ehemaligen Mitstreiter, dem EU-Abgeordneten Ehrenhauser, mit neuen Vorwürfen konfrontiert, so das Nachrichtenmagazin "profil". Demnach soll Martin einen Freund im Jahr 2010 zehn Monate hindurch als parlamentarischen Assistenten angemeldet und bezahlt haben, ohne dass dieser tatsächlich für Martin tätig gewesen sei. Martin spricht von "haltlosen Vorwürfen".

Eine Strafanzeige gegen Ehrenhausers Vorgehen sei eingebracht worden. Das aus EU-Geldern bestrittene Gehalt für den umstrittenen Mitarbeiter betrug laut dem Bericht monatlich 3.543 Euro, in Summe 35.434 Euro brutto. Weiters soll dieser Freund Martins im Sommer 2009 auch noch einen einmaligen Zuschuss in der Höhe von 17.200 Euro erhalten haben. Wofür, sei unklar.

"Selbstverständlich intensiv tätig"

"Der nunmehr von M. Ehrenhauser angegriffene Mitarbeiter war selbstverständlich zur Unterstützung meiner Arbeit intensiv tätig. Er hat sich bewährt und war auch 2011 und ist 2012 zur Unterstützung meiner parlamentarischen Tätigkeit erfolgreich tätig, in Bregenz, Wien und Straßburg", reagierte Martin. Ehrenhauer kenne "viele Arbeitsabläufe und Tätigkeiten gar nicht, da er lediglich zwei Jahre für mich (Martin) in Brüssel gearbeitet hat und außerhalb keine Kompetenzen oder Kenntnisse besaß".

Gegen Martin ermittelt in Österreich die Staatsanwaltschaft Wien wegen Betrugsverdachts. Ehrenhauser wirft Martin vor, aus der Wahlkampfkostenrückerstattung "eine Million Euro Steuergeld abgezweigt" zu haben. Martin wies dies zurück und wirft seinerseits Ehrenhauser vor, Daten aus seinem Computer entwendet zu haben. (APA, 28.4.2012)