Wien/Washington - Die Atomgespräche mit dem Iran sollen Mitte Mai in Wien fortgesetzt werden. Für den 14. und 15. Mai sei ein neues Treffen geplant, teilte ein Sprecher der Internationalen Atomenergiebehörde IAEO am Samstag mit. In ersten Meldungen war vom 13. und 14. Mai die Rede gewesen. Ort der Verhandlungen soll demnach die iranische Botschaft in der österreichischen Hauptstadt sein.

Die USA und ihre Verbündeten werfen dem Iran vor, nach Atomwaffen zu streben, und verhängten seit dem Jahr 2007 immer striktere Strafmaßnahmen gegen das Land. Die iranische Führung weist die Vorwürfe zurück und pocht auf ihr Recht, ein ziviles Atomprogramm zu verfolgen.

Die IAEO sprach in einem Bericht vom November 2011 von einer "möglichen militärischen Dimension" des Atomprogramms und beförderte damit weitere westliche Sanktionen gegen den Iran. Zuletzt verhängte die Europäische Union ein schrittweise in Kraft tretendes Ölembargo.

Zugeständnisse an den Iran

Die USA wollen im Atomkonflikt mit dem Iran offenbar Zugeständnisse machen. Wie die "Los Angeles Times" am Samstag berichtete, erwäge die Regierung von Präsident Barack Obama, Teheran die Anreicherung von Uran bis auf fünf Prozent zuzubilligen. Im Gegenzug müsse das Land vollständigen und ungehinderten internationalen Kontrollen seines Atomprogramms zustimmen. Wenn der Iran diesen Forderungen zustimme, könne es Verhandlungen darüber geben, zitiert die Zeitung einen hochrangigen Regierungsvertreter. "Und vielleicht können wir dorthin gelangen".

Der namentlich nicht genannte Mitarbeiter des Weißen Hauses äußerte sich jedoch skeptisch mit Blick auf die bisherige mangelnde Bereitschaft des Iran, auf Forderungen der internationalen Gemeinschaft einzugehen. Die hatte am 14. April in Istanbul eine neue Gesprächsrunde zur friedlichen Lösung des Atomstreits mit dem Iran begonnen.

Der iranische Außenminister Ali Akbar Salehi hatte am Montag erklärt, der Iran sei optimistisch, dass die Gespräche mit den USA, Russland, China, Frankreich, Großbritannien und Deutschland (5 plus 1) Fortschritte machen würden. (APA, 28.4.2012)