Bild nicht mehr verfügbar.

Oppitz-Plörer bleibt Bürgermeisterin. Ihr Liste Für Innsbruck ist eine Abspaltung der ÖVP.

Foto: apa/Robert Parigger

Bild nicht mehr verfügbar.

Die Wahbeteiligung lag bei 44,5 Prozent.

Grafik: apa

Innsbruck - Bei der Innsbrucker Bürgermeister-Stichwahl ist die bürgerliche Amtsinhaberin Christine Oppitz-Plörer (Liste Für Innsbruck, FI) bestätigt worden. Sie erhielt 56 Prozent der Stimmen, ihr ÖVP-Konkurrent Christoph Platzgummer kam auf 44 Prozent. Das geht aus dem auf der Homepage der Wahlbehörde veröffentlichten vorläufigen Endergebnis hervor. Die Wahlbeteiligung lag bei nur 44,5 Prozent.

Oppitz-Plörer vergrößerte gegenüber dem ersten Wahldurchgang ihren Abstand auf Platzgummer, der vor zwei Wochen rund drei Prozentpunkte betragen hatte (31,3 Prozent zu 28 Prozent). Die Innsbrucker hatten indes offenbar wenig Lust auf den Wahlgang: Von den 96.861 Wahlberechtigten gaben gerade einmal 43.131 ihre Stimme ab, das sind 44,5 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag damit nochmals deutlich unter dem historischen Tiefstwert von Mitte April (52,3 Prozent).

Koalitionsverhandlungen auch mit ÖVP

Die wiedergewählte Bürgermeisterin kündigte in einer ersten Reaktion "rasche Koalitionsverhandlungen" auch mit der ÖVP an. Das Ergebnis wertete sie als Bestätigung für ein "selbstständiges Innsbruck". Das Land müsse mit einem "selbstbewussten Innsbruck rechnen".

Die Freude der Menschen habe "über Millionen gesiegt", meinte sie in Anspielung auf den ihrer Ansicht kostenintensiven Wahlkampf der Stadt-ÖVP. Nun sollten "alle drei stärksten Kräfte" - ÖVP, FI und Grüne - einbezogen werden, sagte Oppitz-Plörer. Trotz der niedrigen Wahlbeteiligung sei die Wahl "legitim", auch wenn alle Fraktion sich eine höhere gewünscht hätten.

Die ÖVP-Abspaltung Für Innsbruck stellt seit 1994 das Stadtoberhaupt in der Landeshauptstadt. Die Grünen sind im Gemeinderat mit acht Sitzen drittstärkste Fraktion, FI liegt mit neun Sitzen auf dem zweiten Platz. Die relative Mehrheit konnte mit neun Mandaten die ÖVP erobern.

Platter gratuliert

Der Tiroler ÖVP-Chef und Landeshauptmann Günther Platter gratulierte Oppitz-Plörer am Sonntag. "Sie hat sich in einem spannenden Match bürgerlicher Kandidaten in der Direktwahl deutlich durchgesetzt", meinte Platter, der im Wahlkampf von Oppitz-Plörer heftig angegriffen worden war. Auch ÖVP-Generalsekretär Hannes Rauch, selbst Tiroler, gratulierte der Bürgermeisterin.

Platzgummer will Stadtregierung angehören

Der unterlegene Platzgummer sprach von einer "klaren Entscheidung". Er wolle versuchen, "all jene zu vertreten, die auf uns gesetzt haben". Koalitionsverhandlungen werde er gemeinsam mit Stadtparteiobmann Franz Gruber führen. Einer neuen Stadtregierung werde er angehören, "davon können Sie ausgehen", sagte er.

Seit 2010 Bürgermeisterin

Oppitz-Plörer ist seit 2010 Bürgermeisterin von Innsbruck. Damals löste die nun 43-Jährige Hilde Zach ab, die sich aus gesundheitlichen Gründen aus der Stadtpolitik zurückgezogen hatte. Zur Favoritin für die Zach-Nachfolge wurde die Innsbruckerin erst Mitte 2009, als Platzgummer nach Bekanntwerden der Fußball-EM-Finanzen das Handtuch warf.

Von Dezember 2002 bis Juni 2009 war Oppitz-Plörer Stadträtin für Erziehung, Bildung, Kinder- und Jugendbetreuung, Familie, Frauen und Senioren. Nach der Gemeinderatswahl im April 2006 wurden diese Ressorts um Gesundheit, Markt- und Veterinärwesen ergänzt. Am 8. Juni 2009 schließlich wurde Oppitz-Plörer nach dem Ausscheiden Platzgummers vom Gemeinderat mit 34 von 40 Stimmen zur zweiten Vizebürgermeisterin gewählt. Als Bürgermeisterin war sie bisher unter anderem für Personal, Sicherheit, Finanzen und Stadtplanung zuständig. (APA, 29.4.2012)