Wien - Nicht nur die Bad Bank der Kommunalkredit, die KA Finanz, hatte 2011 massive Verluste aus der Abschreibung von Griechenland-Papieren. Auch die Good Bank, die Kommunalkredit Austria, meldet für 2011 infolge der Griechenland-Umschuldung einen Verlust in dreistelliger Millionenhöhe. Beide Banken gehören dem Staat.

Wie es im Jahresfinanzbericht der Kommunalkredit Austria hieß, kam es außerhalb des Kerngeschäftes im Wertpapierportfolio wegen der Griechenlandumschuldung zu einem einmaligen "Vorsorge- und Bewertungsbedarf" von 176,3 Mio. Euro nach IFRS beziehungsweise 175,8 Mio. Euro nach UGB.

Damit war das Gesamtjahresergebnis nach IFRS mit minus 148,8 Mio. Euro negativ, im AG-Abschluss nach UGB gab es einen Verlust von 119,5 Mio. Euro.

Wie zum Halbjahr 2011 berichtet, hatte die Kommunalkredit Austria damals ein Griechenlandobligo von 224,2 Mio. Euro, das in der Folge auf 150 Mio. Euro reduziert wurde. Nach Wirksamwerden der Hellas-Umschuldung hat die Kommunalkredit nach eigenen Angaben ein Obligo an der Republik Griechenland von 17,1 Mio. Euro.

Neben Griechenland hatte die Kommunalkredit Austria für das Geschäftsjahr 2011 keine sonstigen Risikovorsorgen zu bilden, wurde betont.

Keine laufende staatliche Unterstützung

Im Einzelabschluss nach UGB sei im vergangenen Geschäftsjahr eine Pauschalvorsorge von 32,1 Mio. Euro aufgelöst worden, sodass der Jahresverlust nach UGB entsprechend niedriger sei. Derartige Vorsorgen könnten nach IFRS nicht gebildet werden.

Die KA beziehe keine laufende staatliche Unterstützung, wurde neuerlich festgehalten. Im strategischen Kerngeschäft ist die Bank in kommunalen und öffentlichen Infrastrukturfinanzierungen tätig.

Viel dramatischer waren die Abschreibungen auf Griechen-Papiere (Staatsanleihen, CDS) hingegen bei der KA Finanz. Die KA Finanz musste vorige Woche per Hauptversammlungsbeschluss vom Bund rekapitalisiert werden. Es ging hier um 1,23 Mrd. Euro, davon eine Milliarde cash und 250 Mio. Euro an neuer Bundesbürgschaft. Nötig wurde dies, weil die KA Finanz 1 Mrd. Euro an Griechenland-Papieren abzuschreiben hatte und entsprechend hohe Verluste abzudecken waren. Vor dem Kapitalschnitt vom letzten Mittwoch lag der Verlust 2011 der KA Finanz bei 1,38 Mrd. Euro.

Die Kommunalkredit war die erste Bank, die zu Beginn der Finanzkrise in Österreich Ende 2008 notverstaatlicht werden musste, die damalige Mehrheitsaktionärin ÖVAG wurde praktisch enteignet. Ein Jahr später wurde die staatlich gestützte Kommunalkredit dann in die Kerngeschäftsbank Kommunalkredit Austria und in die Abbaubank KA Finanz aufgeteilt. Von der Kommunalkredit Austria will sich der Bund mittels Privatisierung bald wieder trennen. (APA, 30.4.2012)