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Foto: Reuters/Moraes
New York - Bei Anleihen von Schwellenländern wie Russland oder Brasilien dürfte die Rallye der vergangenen Monate weitergehen: Seit Jahresanfang haben derartige Papiere im Schnitt einen Ertrag von 21 Prozent erbracht.

Der J.P. Morgan Chase & Co. EMBI Global Emerging Market Bond Index hat mit 273,09 Punkten den höchsten Stand seit seiner Einführung vor einem Jahrzehnt erreicht. In den vergangenen vier Jahren hat der Index zugelegt, obwohl Argentinien den Schuldendienst auf Anleihen im Volumen von 95 Mrd. Dollar eingestellt hat.

Die Renditen der US-Staatspapiere sind stark gesunken, da sind Alternativen gefragt: Der Renditeabstand zwischen Emerging-Market-Bonds und US-Staatspapieren vergleichbarer Laufzeit ist von 7,25 Prozentpunkten auf 4,76 Prozentpunkte geschrumpft. Die Rendite der zehnjährigen US-Benchmarkanleihen fiel in der vergangenen Woche bis auf 3,1 Prozent, das ist der niedrigste Stand seit 1958.

Die Suche der Investoren nach einer besseren Rendite hat die Kurse der Schwellenländerbonds in den vergangenen neun Monaten immer höher getrieben: Brasilianische Anleihen beispielsweise verzeichneten im Schnitt einen Kursgewinn von 50 Prozent, nachdem die Angst der Investoren vor einem Schuldenmoratorium durch den neuen brasilianischen Präsidenten Luís "Lula" da Silva eliminiert wurde. Viele der größten Schuldner haben weniger neues Kapital aufgenommen. Das mache einen Zahlungsausfall bzw. -aufschub weniger wahrscheinlich als früher, so Experten. (Bloomberg, Der Standard, Printausgabe, 23.06.2003)