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Wien - Die Aussicht auf Urlauberströme lässt nicht nur Hoteliers die Hände reiben - auch Kriminelle im In- und Ausland freuen sich auf die Touristen. Ganz oben auf der Hitliste der Straftaten stehen dabei in den Urlaubsregionen Betrügereien, in heimatlichen Gefilden warten dagegen Einbrecher auf ihre Chance.

Besonders beliebt sind nach wie vor Malversationen mit Timesharing-Objekten. In Spanien und speziell auf den kanarischen Inseln spähen Betrüger Neuankömmlinge (erkennbar am hellen Teint) aus und locken sie in Verkaufsbüros. Ein beliebter Trick dabei sind fingierte Gewinnspiele, wobei der gewonnene Preis in dem Büro abgeholt werden muss. Dort muss man ein spanisches Formular unterzeichnen - in Wahrheit ist es ein Timesharing-Vertrag.

Nachdem die Exekutive auf den Kanaren verstärkt gegen die Betrüger vorgeht und der Staatsanwalt ermittelt, weichen die Firmen vermehrt in andere bei Deutschsprachigen beliebte Urlaubsgebiete aus, warnt man beim deutschen Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden. "Wir haben bereits über 250 Geschädigte in der Dominikanischen Republik, Tendenz steigend", schildert Birgit Vetter von der BKA-Pressestelle.

Fingierte Arzthonorare

Der Trick hier: Den Zeittauschern in spe werden gefälschte Arztrechnungen angeboten, mit denen sie im Heimatland ihre Versicherungen betrügen können, um den Preis für die Timesharing-Anteile zu reduzieren. Leistet man mit seiner Kreditkarte eine Anzahlung, werden Blankobelege angefertigt und mit höheren Summen eingelöst.

Vor Betrügern auf der anderen Seite der Welt warnt die Bundespolizeidirektion Wien. In Thailand häufen sich Fälle, in denen organisierte Banden die Fernreisenden ausnehmen. Das Prozedere ist ausgeklügelt: Taxilenker geben vor, Urlauber besonders günstig zu Sehenswürdigkeiten bringen zu können. Auf dem Weg dorthin wird bei einem Schmuckhändler gehalten, der angeblich ein Sonderangebot bereithält. Kauft man die Edelsteine, erkennt man zu Hause, das die Steine fast wertlos sind. In einigen Fällen sollen Urlauber auch betäubt und ausgeraubt worden sein.

Autoreisende warnen die Sicherheitsbehörden in fast allen beliebten Urlaubsländern vor dem Pannentrick. Ein Komplize macht die Touristen mit Handzeichen auf einen angeblichen Defekt aufmerksam, bleibt man stehen und sieht nach, stiehlt der Täter die Wertgegenstände aus dem unversperrten Wagen.

Um nach unbeschwerten Ferien keine unliebsame Überraschungen bei der Rückkehr zu erleben, sollten ebenfalls einige Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden. Sicherstes Zeichen für ein lohnendes, weil leer stehendes Objekt sind für Einbrecher überquellende Postkästen oder Zeitungsstapel vor der Tür. Auch halb heruntergelassene Rollläden und fehlende Beleuchtung ziehen die Aufmerksamkeit ungebetener Gäste an. (Michael Möseneder, DER STANDARD, Print-Ausgabe vom 23.6.2003)