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Einwohner von Kaduna versammeln sich nach einer Explosion nahe einer Kirche.

Foto: Olu Ajayi/AP/dapd
Quelle: derStandard.at/Stepmap

Kaduna - Bei den Anschlägen auf christliche Kirchen und anschließenden Unruhen im Norden Nigerias am Sonntag sind jüngsten Angaben zufolge mindestens 45 Menschen getötet worden. Die Opferzahl könne weiter steigen, sagte ein Verantwortlicher der Rettungskräfte am Montag der Nachrichtenagentur AFP. Die Behörden hatten am Sonntagabend von 36 Toten und mehr als 100 Verletzten gesprochen.

Am Sonntag waren im Teilstaat Kaduna innerhalb von einer Stunde Anschläge auf drei Kirchen verübt worden. Daraufhin kam es an verschiedenen Orten zu Protesten und gewalttätigen Ausschreitungen christlicher Jugendlicher gegen Muslime. Ein Behördensprecher berichtete von regelrechten "Gewaltorgien". Über Kaduna wurde eine 24-stündige Ausgangssperre verhängt.

Zu den Anschlägen bekannte sich zunächst niemand. Die islamistische Sekte Boko Haram hatte in der Vergangenheit jedoch zahlreiche ähnliche Angriffe verübt. Boko Haram kämpft für einen islamischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias. Seit Mitte 2009 starben durch Anschläge der Organisation mehr als tausend Menschen. (APA, 18.6.2012)