Bregenz - Die Strahlungsemissionen von "Handymasten" sind zu hoch, das ergab eine Messung in Bregenz. Weil die Stadtgremien nicht bereit waren, die Strahlung von Mobilfunk-Basisstationen messen zu lassen, engagierte das Grüne Forum ein unabhängiges Schweizer Ingenieurbüro.

An 17 Punkten - öffentlichen Plätzen, Gebäuden und Privatwohnungen - wurde gemessen; als Vergleichswerte dienten der Salzburger Vorsorgewert und der SBM (Standard Baubiologische Messtechnik 2003). Die am Dienstag veröffentlichten Ergebnisse bestätigen die Kritiker. Forum-Sprecher Gernot Kiermayr: "In neun von zwölf gemessenen Innenräumen wird der Salzburger Vorsorgewert überschritten. Drei dieser Räume haben nach dem SBM eine starke, zwei eine extreme Anomalie. Darunter ist ausgerechnet die Kinderstation des Bregenzer Krankenhauses." Von Baubiologen und Umweltmedizinern werde in solchen Fällen konsequente Sanierung empfohlen, es bestehe akuter Handlungsbedarf.

Strahlung auf öffentlichen Plätzen in Bregenz zu hoch

Auch auf den öffentlichen Plätzen in Bregenz ist die Strahlung zu hoch, ergab die Messung. Der hier maßgebende Salzburger Vorsorgewert für Außenbereiche wird am Kornmarkt und am Leutbühel etwa um das Dreißigfache überschritten.

Die Bregenzer Grünen fordern nun von Bürgermeister Markus Linhart (VP), auf die Einhaltung der Werte zu pochen. Kiermayr: "Die Stadt darf keinen Quadratmeter öffentlichen Grund zum Bau von Handymasten zur Verfügung stellen, solange die Salzburger Vorsorgewerte nicht in der ganzen Stadt eingehalten werden." (jub/DER STANDARD, Printausgabe, 25.6.2003)