Salzburg - Die Bemühungen von Salzburger Aktivisten, die Abschiebung einer Armenierin mit ihrem achtjährigen Sohn zu verhindern, waren vorerst vergeblich. Mutter und Kind seien in der Nacht auf heute, Dienstag, um Mitternacht von Wien aus nach Moskau geflogen und würden um zirka 14.00 Uhr in der armenischen Hauptstadt Eriwan eintreffen, sagte der Vertrauensmann der Familie, Heinrich Holztrattner, zur APA. "Wir werden weitere Aktionen setzen, damit sie wieder zurückdürfen."

Beschwerde beim Verwaltungsgerichtshof

Der Vertrauensmann aus dem Bezirk Hallein, wo die beiden zuletzt lebten, ist enttäuscht, dass der geforderte Abschiebe-Stopp nicht erwirkt worden ist. Die Politiker hätten die in Salzburg gut integrierte Familie im Stich gelassen. Der Unternehmer hofft aber noch auf eine menschliche Lösung in der Causa und verweist auf andere ausgewiesene Personen, die im Ausland einen Antrag auf Aufenthaltsbewilligung stellten und wieder nach Österreich kommen durften. Im Fall der zurückgebliebenen Familienmitglieder der 45-jährigen Frau, es handelt sich um den gleichaltrigen Ehemann und zwei Söhne, werde man noch eine Beschwerde beim Verwaltungsgerichtshof einbringen. "Vorausgesetzt, sie wollen das noch", so Holztrattner.

Der Tennengauer zeigte sich empört über die "Methode der Abschiebung". Er selbst und ein Altbürgermeister aus dem Tennengau hätten mit der psychisch sehr belasteten Armenierin am Montagabend Kontakt in Wien aufnehmen können. "Sie erzählte, dass man ihr angedroht hat, wenn sie nicht freiwillig mitfliegt, kommt sie in Schubhaft und der Kleine wird ihr weggenommen." Die Volksschullehrerin habe dann eingewilligt und sei mit ihrem Sohn in das Flugzeug gestiegen. "Sie wollte nicht, dass sie tagelang von ihrem Kind getrennt wird", schilderte Holztrattner. Er verständigte Verwandte des Ehemanns der Frau, damit sie sich um Mutter und Kind in Armenien kümmern. (APA, 7.8.2012)