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Frie Leysen bei der Präsentation des Theaterfestivals "Foreign Affairs" in Berlin.

Foto: apa/EPA/TIM BRAKEMEIER

Wien  - Die Belgierin Frie Leysen wird Schauspieldirektorin der Wiener Festwochen, gab das Festival am Donnerstag  bekannt. Die international renommierte Festivalmacherin und Programmkuratorin "verfügt über langjährige Erfahrungen im internationalen Festivalbetrieb und gilt als 'Grand Dame der internationalen freien Theaterszene'", heißt es in einer Aussendung. Sie werde von 2014 bis 2016 den künftigen Intendanten der Wiener Festwochen Markus Hinterhäuser "bei der Planung des Schauspielprogramms unterstützen und für das internationale Theaterprogramm verantwortlich sein".

Leysen, Jahrgang 1950, zähle "zu den erfahrensten Persönlichkeiten der internationalen Theaterszene", hieß es in der Aussendung:  "Zu einem Zeitpunkt, als sich in Belgien der Dauerkonflikt zwischen Flamen und Wallonen zuspitzte, arbeitete sie konsequent und erfolgreich mit den Mitteln der Kunst für Integration und Verständigung." 1980 bis 1991 baute Leysen das internationale Kunstencentrum deSingel in Antwerpen auf. 1992 gründete sie in Brüssel das multidisziplinäre Kunstenfestivaldesarts, das sie über zehn Jahre leitete und zu einem einflussreichen Player der Festivallandschaft machte. In neun arabischen Städten organisierte sie 2007 das Festival "Meeting Points 5". 2010 gestaltete sie als Programmdirektorin das Festival "Theater der Welt" in Mülheim und Essen.

Aktuell "Foreign Affairs" bei den Berliner Festspielen

 Hinterhäuser bezeichnete Leysen in einer ersten Stellungnahme als "meine Wahl":   Er kenne sie seit 2002 und schätze sie nicht nur als Fachfrau, sondern auch als "charakterlich wunderbare Person", als "jemand, mit dem sich herrlich zusammen denken lässt".  Leysen, derzeit in Südfrankreich auf Urlaub, wird sich in den kommenden Wochen noch vor allem um "Foreign Affairs", die unter dem Dach der Berliner Festspiele stattfindende erste Ausgabe eines genreübergreifenden internationalen Festivals für Theater und performative Künste kümmern, die von 28. September bis 26. Oktober in Berlin stattfinden wird. Danach werde sie sich mit ganzem Einsatz ihrer neuen Aufgabe widmen, so Hinterhäuser: "Sie ist eine wunderbare Bereicherung."

Die ursprünglich als stellvertretende Intendantin und Chefkuratorin vorgesehene Berliner Theatermacherin Shermin Langhoff hatte im Mai überraschend "aus persönlichen, familiären Gründen" abgesagt. Hinterhäuser hatte vor kurzem gegenüber "News" angegeben, die Festwochen hätten bereits konkrete Koproduktionsgespräche mit Burgtheaterdirektor Matthias Hartmann geführt. Im Theater an der Wien und im Museumsquartier ist je ein Werk der Klassik und der Gegenwart programmiert, hinzu soll ein Gastspiel kommen.   (APA, 16.8.2012)