Wien - Die europäischen Börsen haben die Sitzung am Donnerstag nach weitgehend unspektakulärem Verlauf mehrheitlich mit kleineren Kursgewinnen beendet. Für etwas Auftrieb sorgte die Hoffnung auf Konjunkturstützen der chinesischen Notenbank, sagten Börsianer mit Blick auf die abflauende Inflation in dem riesigen Land.

Das Wirtschaftsklima in der Euro-Zone hat sich nach zwei Anstiegen in Folge im dritten Quartal 2012 wieder eingetrübt, wie das Münchner Ifo-Institut mitteilte. Der entsprechende Index brach auf 88,9 Punkte ein, nachdem es im zweiten Quartal noch 100,3 Zähler waren. Die EZB hat ihre Bereitschaft bekräftigt, wieder Staatsanleihen zu kaufen, wurde ferner bekannt. "Die Kurse der Staatsanleihen einiger Länder enthalten außergewöhnlich hohe Risikoprämien, und die Wirksamkeit der Geldpolitik wird durch die Fragmentierung der Finanzmärkte beeinträchtigt", hieß es im EZB-Monatsbericht.

Am Nachmittag rückten besser als erwartet ausgefallene US-Daten in den Fokus. So sind in den USA die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche überraschend gesunken. Zudem ist das Defizit in der US-Handelsbilanz im Juni stärker als erwartet zurückgegangen. Der Fehlbetrag fiel auf 42,9 Milliarden Dollar, teilte das Handelsministerium mit. Volkswirte hatten lediglich mit einem Rückgang auf 47,5 Milliarden Dollar gerechnet.

Finanzwerte gesucht, Versorger schwächer

Ein Branchenvergleich zeigte Versicherer und Finanzdienstleister unter den größeren Gewinnern. Der Bank-Sektor tendierte behauptet. Telekomwerte und Versorger führten die Verliererlisten an.

Unter den Einzelwerten im Euro-Stoxx-50 büßten Deutsche Telekom nach Vorlage von Ergebnissen 1,97 Prozent auf 9,205 Euro ein. Dabei waren die Zahlen in ersten Reaktionen durchaus positiv aufgenommen worden. France Telecom schwächten sich um 0,70 Prozent auf 11,335 Euro ab.

Bei den Versorgern mussten Iberdrola einen Abschlag in Höhe von 1,68 Prozent auf 3,098 Euro verbuchen. GDF Suez verloren 1,40 Prozent an Wert und schlossen bei 19,425 Euro.

Das größte Kursplus konnten Nokia mit einem Anstieg um 6,45 Prozent auf 2,278 Euro vorweisen. Unter den Finanzwerten zogen Axa um 2,00 Prozent auf 11,245 Euro an und ING legten um 2,43 Prozent auf 5,818 Euro zu.  (APA, 9.8.2012)

Börse Index Schluss Diff (P) Diff (%)

Wien ATX 2.060,19 + 7,22 +0,35

Frankfurt DAX 6.964,99 - 1,16 -0,02

London FT-SE-100 5.851,51 + 5,59 +0,10

Paris CAC-40 3.456,71 +18,45 +0,54

Zürich SPI 6.016,03 +41,83 +0,70

Mailand FTSE MIB 14.654,11 -11,19 -0,08

Madrid IBEX-35 7.110,20 -40,00 -0,56

Amsterdam AEX 334,66 + 2,62 +0,79

Brüssel BEL-20 2.351,98 +11,54 +0,49

Stockholm SX Gesamt 1.083,67 + 3,72 +0,34

Europa Euro-Stoxx-50 2.437,04 + 4,76 +0,20