Lausanne - Mit Hilfe eines von ihnen entwickelten Algorithmus können Schweizer Forscher nach eigenen Angaben den Ursprung von Gerüchten, Spam-Mails oder Computerviren im Internet aufspüren. Der Algorithmus eigne sich, um in kriminellen oder terroristischen Netzwerken Zusammenhänge und Tatbeteiligte zu erkennen, sagen die Forscher im offensichtlichen Bemühen, ausschließlich eindeutig negative Beispiele zu nennen. Letztlich ließe sich die Methode aber auf jede Informationsverbreitung anwenden.

"Mit unserer Methode können wir die Quelle von allen möglichen Arten von Informationen in einem Netzwerk finden, indem wir einfach eine begrenzte Zahl seiner Mitglieder 'belauschen'", erläuterte Pedro Pinto von der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Lausanne am Beispiel von Facebook. Wenn dort zum Beispiel ein Gerücht durch verschiedene Kreise von Hunderten von Freunden geistere, genüge es, 15 bis 20 davon mit dem neuen Netzwerk-Algorithmus zu analysieren, "um den Pfad dieser Information bis zu seinem Ausgangspunkt zurückzuverfolgen".

Außerdem sei der Algorithmus auch anwendbar, wenn es darum gehe, den Herd einer Epidemie korrekt zu lokalisieren, heißt es weiter. Einzelheiten veröffentlichten die Lausanner Forscher am Freitag im Fachmagazin "Physical Review Letters". (APA/red, derStandard.at, 10. 8. 2012)