Wien - ÖVP-Klubobmann Karlheinz Kopf will Bundeskanzler Werner Faymann und Staatssekretär Josef Ostermayer (beide SPÖ) wegen der Inseratenaffäre vor dem U-Ausschuss sehen. Die beiden müssten als Auskunftspersonen auftreten, sagte er im Gespräch mit den "Vorarlberger Nachrichten" (Samstag-Ausgabe). Fix ist ein Auftreten der beiden Regierungsmitglieder noch nicht, die Ladungsliste wird erst Ende August erstellt. Der Fraktionsführer der SPÖ im U-Ausschuss, Otto Pendl, sagte, wenn es notwendig ist, Regierungsmitglieder zu laden, werde man das tun - wenn nicht, dann nicht.

Kopf erwartet erscheinen

Kopf erklärte, er könne sich nicht vorstellen, dass sich die SPÖ "allzu sehr" gegen eine Ladung von Faymann und Ostermayer wehren wird. "Das ist zwar noch nicht ausverhandelt; die Ladungsliste wird erst am 31. August erstellt. Aber der Herr Bundeskanzler und der Herr Staatssekretär sollten selber ein Interesse daran haben, die Geschichte aufzuklären." Denn: Alles andere als ein Auftritt vor dem Ausschuss würde "niemand verstehen", so Kopf. "So wie sie das darstellen, haben sie ja nichts zu befürchten. Ich würde mir sogar erwarten, dass sie da selber einen offensiven Schritt setzen."

Pendl sagte, man werde sich "das auf alle Fälle anschauen. Ich bin bemüht, das sachlich zu beurteilen". Eine Ladung eines Regierungsmitglieds erfolge unabhängig von der Parteifarbe, betonte er. Der SP-Abgeordnete sprach sich jedenfalls dagegen aus, eine "Show" aufzuziehen. (APA, 10.8.2012)