Madrid - Der in Spanien inhaftierte frühere Anführer der verbotenen Baskenpartei Batasuna, Arnaldo Otegi, hat sich einem Hungerstreik dutzender Gefangener zur Unterstützung eines erkrankten Häftlings der baskischen Untergrundorganisation ETA (Euskadi Ta Askatasuna/Baskenland und Freiheit) angeschlossen.

Wie Otegi am Sonntag über den Kurznachrichtendienst Twitter erklärte, trat er "aus Solidarität mit Iosu" Uribetxebarria mit anderen Häftlingen des Gefängnisses Logrono in einen "unbefristeten Hungerstreik". Uribetxebarria wurde wegen der Entführung eines Vollzugsbeamten in den 1990er Jahren verurteilt und leidet heute an Krebs.

Vergangene Woche hatte der Verein Etxerat, der Familien inhaftierter Mitglieder der baskischen Untergrundorganisation ETA vertritt, mitgeteilt, dass mindestens 35 Gefangene in Frankreich und Spanien mit Hungerstreiks oder anderen Protesten die Freilassung von Uribetxebarria forderten. Spanischen Medienberichten zufolge schlossen sich über das Wochenende weitere Gefangene an. Die spanischen Behörden konnten dies zunächst nicht bestätigen.

Uribetxebarria erhielt eine Krebs-Behandlung und wurde in ein Krankenhaus in San Sebastian verlegt. Er verlangt wegen seiner Erkrankung eine Freilassung auf Bewährung. Der 54-jährige Otegi ist eine der prominenten Figuren der Basken-Bewegung. Er wurde 2009 festgenommen, weil er versucht haben soll, die 2003 verbotene Batasuna-Partei wieder aufzubauen.

Die Partei galt als politischer Arm der ETA, die für mehr als 800 Tote während ihres mehr als 40-jährigen Unabhängigkeitskampfes verantwortlich gemacht wird. Die ETA wird von der Europäischen Union und den USA als Terrororganisation eingestuft. (APA, 12.8.2012)