Karlsruhe - Wegen des Verdachts illegaler Lieferungen für das iranische Atomprogramm haben deutsche Behörden vier Männer festgenommen. Sie sollen in den Jahren 2010 und 2011 an der Lieferung von Spezialventilen für den Bau eines Schwerwasserreaktors im Iran mitgewirkt und dadurch gegen das Iran-Embargo verstoßen haben, teilte die Generalstaatsanwaltschaft am Mittwoch mit.

Offiziell seien die Ventile für Abnehmer in der Türkei und Aserbaidschan bestimmt gewesen. Die vier in Hamburg, Oldenburg und Weimar festgenommenen Deutschen, von denen drei auch die iranische Staatsbürgerschaft besitzen, sollen aber gewusst haben, dass es sich dabei um Tarnfirmen handelte, die die Ventile dann in den Iran weiter lieferten.

In den vergangenen Jahren sind die UNO- und EU-Sanktionen gegen die Islamische Republik wegen des Streits um das umstrittene Atomprogramm des Landes schrittweise verschärft worden. Der Westen verdächtigt den Iran, die Technologie für das offizielle zivile Atomprogramm auch für den heimlichen Bau von Atombomben zu verwenden. Die deutsche Bundesanwaltschaft gab nicht an, für welches Atomkraftwerk die Ventile bestimmt waren. Der Iran baut aber einen Schwerwasserreaktor nahe der Stadt Arak. Westliche Experten halten es für möglich, dass dieser Reaktor Plutonium für Nuklearwaffen produzieren kann. (APA, 15.08.2012)