Österreichs Klimaschutzpolitik war bisher wenig ruhmvoll, das ist bekannt. Das Hauptversäumnis lag darin, dass Österreich spätestens Anfang der 90er-Jahre, mit Unterzeichnung des UN-Klimaschutzvertrages in Kioto, beginnen hätte müssen, die Weichen für ein energieschonendes und Treibhausgas-sparendes Wirtschaften zu stellen.

Das ist nicht passiert. Das späte und halbherzige Starten einer nationalen Klimaschutzpolitik - der österreichische Klima- und Energiefonds wurde erst 2007 gegründet - zeigt, wie wenig ernst man Vorgaben nahm, die man im Rahmen von EU- und UN-Klimaschutzvereinbarungen eingegangen war. Dazu kommt, dass Klimaschutz Zusammenarbeit über politische Lager hinaus benötigt - und das ist bei heiklen Sachthemen besonders schwierig.

Damit sollte erst einmal Schluss sein. Mit dem Aufkauf der notwendigen Zertifikate wird das Kioto-Klimaschutzziel doch noch erreicht. Noch dazu recht billig, dem internationalen Preisverfall bei Zertifikaten sei Dank. Die Vermeidung von einer Tonne Treibhausgas um fünf bis sechs Euro ist konkurrenzlos günstig - in Österreich wäre dies, beispielsweise mit thermischer Gebäudesanierung, nie und nimmer zu erreichen.

Doch natürlich fehlt dieses Geld in Österreich. Zu hoffen ist, dass mit dem Zertifikatskauf ein Schlussstrich unter die wenig vorausschauende Klimapolitik gezogen wird. (Johanna Ruzicka, DER STANDARD, 16.8.2012)