Wien - Exekutionsstrafen bis 227.000 Euro für Christian Nussers Dienstantritt als Heute-Chefredakteur sind nach dessen Angaben vorerst abgewendet - wiewohl noch nicht rechtskräftig. Laut Nusser hat das Arbeitsgericht die Klage von Österreich nun in erster Instanz abgewiesen.

Österreich-Herausgeber Wolfgang Fellner erklärt auf Anfrage, ein Urteil liege noch nicht vor. Kein schriftliches Urteil, um genau zu sein, mündlich erging es, er war im Gerichtssaal. Fellner erklärt, das Gericht habe laut seinen Anwälten von einem "klaren Vertragsbruch" gesprochen. Und: "Sollte die einstweilige Verfügung nicht genehmigt werden, werden Anwälte Berufung und Rekurs einbringen." Seine Anwälte haben bereits die Exekutionsanträge auf Basis der Verfügung zurückgezogen.

Nusser war Chefredakteur von Österreich. Sein Arbeitsvertrag sah ein Jahr Kündigungsfrist vor. Nusser beruft sich auf Arbeitsrecht und Kollektivvertrag mit maximal einem halben Jahr. Nusser erklärte seinen Abgang um den Jahreswechsel, mit 1. August begann er als Chefredakteur von Heute. Österreich setzte zunächst eine einstweilige Verfügung durch und begann, Exekutionsstrafen zu beantragen. (fid, DER STANDARD, 17.8.2012)