Berlin - Mit einer Inszenierung der Oper "Carmen" haben am Wannsee die zweiten und zugleich letzten Berliner Seefestspiele begonnen. 3.200 Zuschauer sahen sich am Donnerstagabend die ausverkaufte Premiere des weltbekannten Eifersuchtsdramas an. Das Bühnenbild am historischen Strandbad bildete ein riesengroßer Fächer. Unter den Zuschauern waren auch Prominente, etwa Außenminister Guido Westerwelle (FDP) oder US-Schauspieler John Malkovich.

Im kommenden Jahr werden die erst 2011 initiierten Seefestspiele nicht mehr in Berlin stattfinden. Wegen eines heftigen Streits mit dem Senat über Umweltauflagen am Wannsee-Ufer will Konzertveranstalter Peter Schwenkow das Spektakel künftig anderswo aufführen.

"Carmen"-Regisseur Volker Schlöndorff zeigte sich verärgert über den Zank. "Das ist eine Katastrophe", sagte Schlöndorff der dpa. Berlin sei ja bekannt für "Schildbürgerstreiche". Der Streit um ein paar Meter Bühnenfläche mehr oder weniger setze dem Debakel um den neuen Hauptstadtflughafen "aber noch die Krone auf", meinte der Regisseur. Er hoffe, dass sich der Senat vielleicht noch umstimmen lasse, damit die Berliner Seefestspiele dauerhaft im Kulturkalender etabliert werden könnten.

2011 waren zu den Vorführungen der "Zauberflöte" unter Regie von Katharina Thalbach mehr als 40.000 Besucher an den Wannsee gekommen. Für die Oper "Carmen" wurden nach Angaben der Veranstalter bisher rund 28.000 Karten verkauft. Bis zum 2. September soll es insgesamt zwölf Aufführungen des Opern-Klassikers geben. (APA, 17.8.2012)