Wie ein Kriminalbeamter, der mehr Morde begeht als aufklärt: Managementdenker Gary Hamel ist in seinem neuen Buch dramatisch und empfiehlt, dass wir endlich zornig werden sollen mit Managern und Managementsystemen, die das Feuer des Engagements der Mitarbeiter mehr dämpften als entfachen. ("What Matters Now. How to Win in a World of Rentless Change, Ferocious Competition and Unstoppable Innovation", John Wiley & Sons 2012). Er bezieht sich auf globale Umfragen mit deckungsgleichen Ergebnissen: Nur ein Fünftel der Belegschaften sind wirklich engagiert, wobei aber fast 90 Prozent ihren Job ganz okay finden oder ihn sogar mögen.

Kein Zweifel für Hamel, dass Manager ihren Leuten das Engagement abgewöhnen (durch Ignoranz, Gleichgültigkeit oder Impotenz). Das, obwohl bewiesen ist, dass engagierte Teams wirtschaftlich nachhaltig viel besser abschneiden - so weit auch das handfeste betriebswirtschaftliche Argument. Dort, wo die Leute nicht wirklich wollen, seien nicht die miesen Jobs schuld, sondern das Management. Weil es persönliches Wachstum verhindere, Werte nicht lebe und die Mission des Unternehmens nicht klar sei. (Karin Bauer, STANDARD, 18./19.8.2012)