Von jeher ist das Land am Kap der Guten Hoffnung für seinen Rohstoffreichtum bekannt. Gold- und Diamantenfunde im 19. Jahrhundert spielten für die Entwicklung der Republik Südafrika eine entscheidende Rolle. Heute ist Südafrika eine der wichtigsten Bergbaunationen der Welt.

Im Ranking der weltweit größten Goldproduzenten liegt Südafrika auf Platz fünf, bei Kohle auf Platz sieben. Die Diamantenindustrie war 2009 die viertgrößte der Welt. Bei Platin ist das Land mit Abstand Spitzenreiter und stellte 2011 knapp 80 Prozent des Weltangebots her. Verwendet wird das Edelmetall hauptsächlich zur Erzeugung von Fahrzeugkatalysatoren, in der (chemischen, elektronischen, Glas- und Medizin-) Industrie sowie zur Herstellung von Schmuck. Auch Mangan, welches in der Stahl- und Leuchtstoffindustrie verarbeitet wird, gibt es in so großen Mengen wie sonst nirgends auf der Welt.

Der Bergbausektor generell ist (direkt und indirekt) für rund 18 Prozent des Bruttoinlandprodukts verantwortlich und bot 2008 Beschäftigung für knapp eine halbe Million Menschen (ca. sechs Prozent der Beschäftigten - ohne Landwirtschaft). Der Anteil des Bergbaus am BIP nahm jedoch aufgrund des stärkeren Wachstums anderer Sektoren in den letzten Jahren sukzessive ab. Die Arbeitsbedingungen im Bergbau wurden schon oft kritisiert, nicht zuletzt von den Beschäftigten selbst. In den Jahren 2005, 2007 und 2011 fanden massive Streiks statt, bei denen jeweils mehr als 100.000 Menschen auf die Barrikaden gingen.

Österreich importierte vom Südzipfel Afrikas im Jahr 2011 Produkte im Wert von rund 570 Millionen Euro. Allein 420 Millionen davon entfielen auf Metalle und Erze. (mis, DER STANDARD, 18.8.2012)