Jerusalem - Deutlich verschnupft hat Israel auf die Ankündigung von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon reagiert, zur Konferenz der Blockfreien Staaten zu reisen, die von Sonntag bis Freitag nächster Woche in Teheran abgehalten wird. "Das ist ein Fehler", sagte Regierungssprecher Mark Regev am Donnerstag.

Ilana Stein, Sprecherin des israelischen Außenministeriums, fügte hinzu: "Zweifellos wird das iranische Regime die Konferenz dazu missbrauchen, von seinen Verbrechen gegen die eigene Bevölkerung, dem illegalen Streben nach Atomwaffen sowie von Terrorismus und der Unterstützung für (Syriens Staatschef) Bashar al-Assad abzulenken."

Wer aber nach Teheran reise, dürfe "nicht der iranischen Propaganda auf den Leim gehen", so Stein, sondern müsse seine "Meinung über den Iran und das Ajatollah-Regime deutlich machen".

Netanjahu empört

Bans Reisevorhaben war bereits Anfang August inoffiziell bekannt geworden. Schon damals hatte Israels Premier Benjamin Netanjahu in einem persönlichen Telefonat mit Ban von einem "schrecklichen Fehler" gesprochen. Ban dürfe nicht ein Regime aufwerten, das der Welt mit Terror und Israel mit Vernichtung und Auslöschung drohe. (DER STANDARD, 24.8.2012)