Wien - Die börsenotierte Mautspezialist Kapsch TrafficCom ist im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2012/13 wegen aktueller Entwicklungen bei Großprojekten in Südafrika und Polen in die roten Zahlen gerutscht und machte ein Fünftel weniger Umsatz. Das Ebit war mit 5,6 Mio. Euro negativ, nach plus 22,2 Mio. Euro in den ersten drei Monaten 2011/12, teilte das Unternehmen mit. Das Periodenergebnis wird mit minus 4,4 Mio. Euro ausgewiesen, nach einem Gewinn von 13,9 Mio. Euro. Der Umsatz sank um 21,1 Prozent auf 106,4 Mio. Euro.

"Während die aktuellen Entwicklungen bei den beiden laufenden Projekten in Polen und Südafrika dazu führten, dass Umsatz und Ergebnis im Berichtszeitraum enttäuschend waren, bestätigte die signifikante Verbesserung der wesentlichen Bilanzkennzahlen wieder die finanzielle Stärke der Kapsch TrafficCom Group", hieß es weiter.

Ergebnis unter Erwartungen

Die  Ergebniszahlen lagen unter den Erwartungen. Analysten hatten im Schnitt ein Ebit von 6,45 Mio. Euro prognostiziert. Der Umsatzrückgang fiel allerdings weniger stark aus als erwartet, Analysten hatten mit einem Minus von 31 Prozent gerechnet.

In Südafrika sei der Start des elektronischen Mautsystems für den mehrspurigen Fließverkehr in der Provinz Gauteng kurz vor Inbetriebnahme Ende April auf unbestimmte Zeit ausgesetzt worden. Grund dafür sei eine Klage gewesen, gegen die die Regierung im Mai Berufung einlegte. Am 15. August 2012 hätten die ersten Anhörungen stattgefunden.

In Polen sei das landesweite elektronische Mautsystem mit Juli 2011 in Betrieb genommen, die Systemabnahme per 21. Februar d.J. erfolgt. Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres sei man mit einer Erweiterung um 320 km beauftragt worden, weitere Streckenabschnitte sollen 2013 folgen. Ebenso erfolgte die Bezahlung des letzten Meilensteines aus der Systemerrichtung. Im Zusammenhang mit der Performance sei es jedoch zu höheren Betriebskosten gekommen, die sich negativ auf das Ergebnis auswirkten.

Die Veränderungen der wesentlichen Kennzahlen zeigten die projektbedingte Volatilität in Bilanz und Ergebnissen. Einzelne Quartale seien nur nur bedingt vergleichbar, das Unternehmen selbst messe sich am Jahresergebnis.

Der Free Cash-Flow stieg auf 74,6 Mio. Euro, nach minus 9,0 Mio. Euro im Vergleichsquartal des Vorjahres. Zu Quartalsende habe das Unternehmen trotz der 2017 endfällig begebenen Unternehmensanleihe über ein Nettoguthaben von 0,2 Mio. Euro verfügt, das Nettoumlaufvermögen reduzierte sich von 285,7 Mio. zum 31. März 2012 auf 199,1 Mio. Euro zum 30. Juni 2012. Die liquiden Mittel stiegen per Quartalsende auf 77,4 Mio. Euro.

Im Ausblick weist das Unternehmen darauf hin, dass man Ende Juli in Texas als Lieferant für ein Gesamtsystem ausgewählt worden sei. Der Vorstand sieht dies als Bestärkung in der Wachstumsstrategie und auch in der Annahme, dass in Zukunft über Mautsysteme hinaus zunehmend auch integrierte Systeme verschiedener ITS-Anwendungen nachgefragt werden. In Weißrussland werde die Errichtung des landesweiten elektronischen Mautsystems im Herbst starten und sich ab dem zweiten Halbjahr dieses Wirtschaftsjahres im Umsatz niederschlagen. Darüber hinaus würden Entscheidungen über mögliche weitere Projekte erweitert.

HV beschließt Dividende

Wie geplant wurde in der Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2011/12 die Auszahlung einer Dividende von 0,90 Euro pro Aktie beschlossen. (APA, 24.8.2012)