Graz - Die noch zu gründende Partei des Austrokanadiers Frank Stronach angelt offenbar in steirischen BZÖ-Gewässern. Laut Landesobmann und NAbg. Gerald Grosz soll der "wilde" Ex-BZÖ-Mandatar Robert Lugar am Wochenende zwei steirische BZÖ-Nationalratsabgeordnete kontaktiert haben, damit diese zu Stronach wechseln, aber abgeblitzt sein. Der obersteirische BZÖ-Mandatar Wolfgang Spadiut bestätigte dies auf APA-Anfrage am Sonntagnachmittag für seine Person. Er habe abgesagt, so Spadiut.

Gerüchte, wonach es bereits einen vierten Stronach-Unterstützer unter den Nationalratsabgeordneten geben soll, wurden am Sonntag dementiert. Robert Lugar meinte zur APA, entsprechende Aussagen seines früheren BZÖ-Kollegen Wolfgang Spadiut seien "eine Falschinformation".

Klubstatus nicht oberstes Ziel

"Dass ich mit Spadiut gesprochen habe, das ist richtig", so Lugar. So wie er eben laufend Gespräche führe mit Personen, die sich in der Vergangenheit mit der politischen Situation in Österreich unzufrieden gezeigt hätten und denen er Veränderungswillen zutraue. Dass Stronachs Mannen aber nur mehr einen Mandatar brauchen, um die für die Klubstärke nötige Abgeordnetenzahl von fünf Personen zu erreichen, bestritt Lugar. Man strebe auch nicht primär nach dem Klubstatus, hielt er weiters fest - hätte aber natürlich auch nichts dagegen, wenn man ihn erlangen könne.

BZÖ-Schenk sagt ab

Spadiuth sei bis dato "meine einzige Absage", hielt er zudem fest. Mit der steirischen BZÖ-Abgeordneten Martina Schenk habe er ebenso ein Gespräch geführt, bestätigte Lugar. Schenk bestätigte am Sonntagabend jedoch auf APA-Anfrage, dass sie für eine Mitarbeit in der noch zu gründenden Partei des Austrokanadiers Frank Stronach nicht zur Verfügung stehe. Es habe zwar einen Kontaktversuch am Freitag gegeben, aber es bleibe bei dem, was sie bereits am 20. August gesagt habe: Sie sei BZÖ-Abgeordnete und bleibe dies auch. 

Lugar hatte diese Woche bekanntgegeben, Stronach bei seiner Kandidatur für die Nationalratswahl 2013 zu unterstützen. Zuvor hatten bereits der aus der SPÖ ausgetretene Kärntner Abgeordnete Gerhard Köfer und der Ex-BZÖ-Mandatar Erich Tadler ihre Mitarbeit beim Milliardär zugesagt.

Grosz: "Stronach hat sich blutige Nase geholt"

 

In Sachen Anwerbungsversuche von steirischen Abgeordneten der Orangen durch den "wilden" Ex-BZÖ-Mandatar Robert Lugar meldete sich auch der steirische Landesobmann, Gerald Grosz, zu Wort. Der Abgeordnete Kurt List und er selbst seien gar nicht erst kontaktiert worden: "Stronach hat sich beim steirischen BZÖ eine blutige Nase geholt", so Grosz. (APA)