Bild nicht mehr verfügbar.

Foto: APA

Apple hat nach dem Sieg im kalifornischen Patentprozess gegen Samsung ein Verkaufsverbot für acht Smartphone-Modelle des südkoreanischen Rivalen beantragt. Darunter sind vier Varianten des Telefons Galaxy S2, wie aus am Montag veröffentlichten Gerichtsunterlagen hervorgeht. Es ist für Samsung sehr wichtig als günstigeres Top-Gerät.

Patent-Verletzung durch mehr als 20 Smartphones

Die Geschworenen in dem US-Prozess hatten die Verletzung von Apple-Patenten durch mehr als 20 Samsung-Smartphones festgestellt. Viele davon spielen am Markt aber kaum noch eine Rolle, da die Klage von Frühjahr 2011 stammt. Einige Geräte sind am US-Markt nicht mehr erhältlich. Neben den Galaxy S2-Modellen sind auch zwei Varianten des Vorgängers Galaxy S, sowie das Droid Charge und das Galaxy Prevail betroffen. Bis auf das Droid-Modell verletzen demnach alle Geräte Apples Design-Muster. The Verge hat eine Liste der Geräte und der jeweiligen Patent-Verletzungen veröffentlicht. 

Samsung ergreift "alle notwendigen Maßnahmen"

Apple muss, um ein Verkaufsverbot durchzusetzen, beweisen, dass der Konzern durch die gelisteten Geräte irreparablen Schaden erlitten habe. Der aktuelle Urteilsspruch zugunsten Apples dürfte einem solchen Unterfangen dienlich sein. In einer Stellungnahme erklärte Samsung, dass man "alle notwendigen Maßnahmen" ergreifen werde, um die Verfügbarkeit der Produkte auf dem US-Markt weiter zu gewährleisten. Man arbeite jetzt daran, die Funktionen der betroffenen Software-Patente von den Geräten zu entfernen, berichtete das "Wall Street Journal" am Dienstag. Der südkoreanische Konzern hatte zuvor bereits angekündigt, gegen das Urteil von vergangener Woche Berufung einzulegen.

Weiter gegen Tablets

Apple hatte sich in dem Prozess nahezu auf voller Linie gegen Samsung durchgesetzt und rund 1,05 Milliarden US-Dollar Schadenersatz zugesprochen bekommen. Bei Samsungs Tablets wiederum war in diesem Prozess kein Verstoß gegen Apples Patente festgestellt worden. Samsung hat daher laut Bloomberg erneut eine Aufhebung der zuvor verhängten Verfügung gegen das Galaxy Tab 10.1 beantragt. Aber auch hier lässt Apple nicht locker und will das Verkaufsverbot auch auf die 3G-Version des Modells ausdehnen. Eine Anhöhrung ist für 20. September angesetzt. 

Aktie leicht erholt

Die Samsung-Aktie konnte sich am Dienstag etwas von ihren Vortagesverlusten erholen. Ihr Kurs kletterte um 1,27 Prozent auf 1,195 Mio. Won (rund 842 Euro). Am Montag war sie um fast acht Prozent eingebrochen. Der Börsenwert des südkoreanischen Elektronik-Riesen war damit um umgerechnet rund 10 Mrd. Euro gefallen. Die Apple-Aktie markierte am Montag nach einem Plus von rund drei Prozent zeitweise ein Allzeithoch von 680,87 Dollar. Sie ging etwas tiefer bei 675,68 Dollar aus dem Handel. Es war immer noch der bisher höchste Schlussstand. Apple war damit insgesamt rund 633,4 Mrd. Dollar wert. (red/APA, 27.8.2012)