Rom - Die italienische Regierung will drakonische Strafen für Tabaktrafiken einführen, die Zigaretten an Minderjährigen verkaufen. Diese müssen laut einem Dekret, das der Ministerrat am kommenden Freitag verabschieden will, mit Strafen bis zu 1.000 Euro sowie mit einem dreimonatigen Lizenzentzug rechnen, wenn sie Minderjährigen Zigaretten verkaufen. Wird das Vergehen wiederholt, wächst die Strafe auf 2.000 Euro. Jugendliche, die Zigaretten kaufen wollen, müssen ihren Ausweis vorlegen und beweisen, dass sie volljährig sind.

Der italienische Gesundheitsminister Renato Balduzzi nimmt auch Softdrinks ins Visier. Eine "Gesundheitssteuer" von 7,16 Euro pro 100 Liter gezuckerte Getränke, die auf den Markt kommen, will Balduzzi einführen. Die Steuer soll zur Finanzierung von Kampagnen für einen gesunden Lebensstil dienen.

Verbot für Videopoker-Maschinen

Der Minister will Videopoker-Maschinen von Schulen und anderen von Jugendlichen besuchten Einrichtungen fernhalten. Er plant ein Verbot, Videopoker-Maschinen im Umkreis von 500 Metern von Schulen aufzustellen.

Balduzzi arbeitet an einer tiefgreifenden Reform des Gesundheitssystems. Krankenhäuser werden beim Erwerb von Medikamenten den Rotstift ansetzen. Lieferverträge sollen revidiert werden, um Ausgabenkürzungen durchzusetzen. Die Regierung Monti will dazu weitere zwei Milliarden Euro eintreiben, um Familien zu unterstützen, die unter der Rezession besonders stark leiden. (APA, 28.8.2012)