Ibiza in der Lehargasse: Mariusz Jan Demner

Foto: D,M&B

Vorab: Ich freue mich schon jetzt auf die Postings zu diesen Zeilen - denn die sind wenigstens in der Pinkelzone. Wie aber waren die sanitären Verhältnisse auf Ibiza, dass Marco de Felice das Wasser nicht halten konnte? "(...) Selbst Herr Demner meinte einmal: Unsere Kunden werden immer mühsamer in Sachen Kreativität. Wir müssen uns den Baumchirurgen ums Eck oder den sozialen Verein nehmen, weil wir sonst keine Punkte sammeln können. (...)" .

Mich macht das nicht felice, sondern bloss an (weil kein Wort davon von mir ist): man hält Kunden wie unsere nicht, teils über Jahrzehnte, indem man sich wehleidig über sie ausschleimt. Es erstaunt auch nicht, dass die von ihm zitierte Baumchirurgie keine Kampagne von D,M&B, sondern eine der Lowe GGK ist (kann es sein, dass de Felice den grantigen Mariusz mit dem schönen Rudi verwechselt?). Auch nehmen wir soziale Vereine nicht, "weil wir sonst keine Punkte sammeln können": Kampagen wie "Licht ins Dunkel" sind nationale Spendenevents, die man gewiss nicht uns zuliebe veranstaltet.

Aber worum geht es wirklich - um Katzenjammer? Denn wenn ich mich recht erinnere, macht der eine Ibizaner aus Überzeugung Arbeiten, die nicht bei Kreativ-Wettbewerben eingereicht werden. Der andere entrüstet sich über Arbeiten, die seine Hundertsschaft an Agenturen weltweit zuhauf produziert.

Wie wäre es mit einer Sicht, die weniger aufgeregt daherkommt?

Zum Beispiel dieser: Arbeiten für Kreativ-Wettbewerbe kommen aus den Entwicklungslabors unseres Metiers und sind als solche höchst nützlich, denn sie zeigen, wie man die kreativen Grenzen ausloten bzw. erweitern kann.

Vielleicht können die beiden Kreativ-Chefs dieser Sicht was abgewinnen (oder ist das zu fad für Ibiza)? (Mariusz Jan Demner, derStandard.at, 29.8.2012)