Papst Benedikt sah sich durch das Cover der Juli-"Titanic" in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt, derStandard.at/Etat berichtete. Am Freitag beginnt vor dem Landgericht Hamburg das Widerspruchsverfahren gegen den vom Papst verbotenen Titel.

Die Zeitschrift ziehe optimistisch in das Verfahren, erklärte Chefredakteur Leo Fischer: "Der Prozeß gegen Pussy Riot hat die Welt für Einschränkungen der Meinungsfreiheit durch entfesselte Autokraten sensibilisiert. Wir haben Vertrauen in die westliche Justiz und glauben fest daran, daß wir nicht in Plexiglaskäfigen ausgestellt werden."

Papst-Mittelaltermarkt

Zuversichtlich sei er auch, weil weder der Papst noch seine Rechtsvertreter bisher eine Stellungnahme zu dem 15-seitigen Widerspruchsschreiben der Zeitschrift abgegeben haben: "Dem Heiligen Vater fehlen wohl die Argumente. Andererseits gehen im Vatikan derzeit viele Dokumente verloren. Vielleicht wird die Antwort des Papstes noch rechtzeitig zum Prozeßauftakt geleakt", heißt es in einer Presseerklärung.

Die gesamt "Titanic"-Belegschaft werde am Freitag anreisen, um den Prozess zu beobachten. Außerdem werde man in Hamburg "das Gespräch mit Kirchenvertretern und Journalisten suchen und sich symbolisch an den Michel festketten".

Geplant sei weiters ein Papst-Mittelaltermarkt in der Innenstadt, "interessierte Bürger sollen sich so in die Lebenswelt des Papstes hineinversetzen können", heißt es. Geboten werden dort "Jongleure, Feuerspucker, ein Pranger und die Möglichkeit, eine Hexe zu verbrennen (symbolisch)." (red, derStandard.at, 29.8.2012)