Ablöse: Martin Huttarsch, Manager der Mediaprint.

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Wien - Nächste Runde im Management des gemeinsamen Verlags von Kronen Zeitung und Kurier: Nach Informationen des STANDARD muss Martin Huttarsch seinen Job im Management des Zeitungsriesen nach rund eineinhalb Jahren abgeben. Bestätigungen standen bei Redaktionsschluss noch aus. Huttarsch selbst war zunächst nicht erreichbar.

Huttarsch, der lange das Rechnungswesen der Mediaprint leitete, trat seinen Geschäftsführerjob mit 1. Jänner 2011 an. Davor leitete er auch die Bezirksjournale; diese Gratiszeitungen stellte die Mediaprint 2010 ein. Mangels wirtschaftlichen Erfolgs. Und um vor der Wettbewerbsbehörde den Einstieg bei den Gratiszeitungen des Konkurrenten Niederösterreichisches Pressehaus zu erleichtern.

Bei der Mediaprint stellt bisher jeder Miteigentümer einen Geschäftsführer:

  • Die deutsche WAZ-Gruppe hält 50 Prozent an der Kronen Zeitung und knapp unter 50 Prozent am Kurier. Diesen beiden Zeitungen gehört auch die Mediaprint. Die WAZ vertritt Bernd Schneider in der Mediaprint-Führung, zuständig für Druck und Finanzen.
  • Raiffeisen gehören knapp mehr als 50 Prozent am Kurier. Dessen Manager Thomas Kralinger ist zugleich Geschäftsführer der Mediaprint, zuständig für Vertrieb, IT und Personal.
  • Familie Dichand, die 50 Prozent an der Kronen Zeitung hält, entsandte Huttarsch in die Mediaprint-Führung, zuständig für allgemeine Verwaltung und das Anzeigengeschäft. In diesem Sektor dürfte Huttarsch - in konjunkturell schwierigen Zeiten - die Erwartungen der Gesellschafter nicht erfüllt haben.

Kandidaten für die Nachfolge sollen nach Standard-Infos intern gewälzt werden, Entscheidungen darüber stünden noch aus, hieß es. Ein Anzeigenverkaufsprofi gibt seinen bisherigen Job gerade auf: Reinhold Gmeinbauer, bisher Geschäftsführer der Presse. Gmeinbauer wird allerdings auch als Verkaufschef und künftiger Geschäftsführer der ORF-Vermarktungstochter Enterprise gehandelt. Deren amtierender Geschäftsführer Franz Prenner hatte zuvor Huttarschs Job als Mediaprintgeschäftsführer für Anzeigen.

Die Eigentümer der Mediaprint brüten allerdings schon seit Jahren an einer neuen Struktur für den Krone-Kurier-Verlag. Immer wieder kursiert die Idee eines starken Alleingeschäftsführers. Andererseits sehen Reformkonzepte der deutschen Managementberatung OC&C eine stärkere Autonomie und klarer getrennte Rechnung der beiden Zeitungstitel vor, was die Mediaprint auf einen Druck- und Vertriebsdienstleister reduzierte.

Die Managementberater von OC&C analysierten zuletzt auch den Kurier und seine Kostenstrukturen. Die Personalkosten dort könnten nach ihrem Befund in einem günstigeren Verhältnis zu Auflage und Umsatz stehen. Mit weiteren Sparmaßnahmen nach jenen Anfang 2011 wird in den nächsten Monaten gerechnet. (Harald Fidler, DER STANDARD, 30.8.2012)