Tokio - Japans Industrieproduktion ist im Juli unerwartet gesunken. Die Produktion habe zum Vormonat um 1,2 Prozent nachgelassen, teilte die Regierung am Freitag auf Basis vorläufiger Daten in Tokio mit. Volkswirte hatten zuvor einen kräftigen Zuwachs um 1,7 Prozent erwartet. Im Vormonat war die japanische Industrieproduktion den Angaben zufolge noch um 0,4 Prozent gewachsen.

Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat sank die Produktion laut Regierung um 1,0 Prozent. Hier war zuvor von Volkswirten ebenfalls ein deutlicherer Anstieg um 1,8 Prozent erwartet worden.

Die enttäuschenden Daten zur Industrieproduktion sind nach Einschätzung der Commerzbank "der Vorbote für ein schwaches zweites Halbjahr". Zuvor hätten bereits verschiedene Frühindikatoren darauf hingewiesen, dass sich die japanische Wirtschaft im Sog der schwachen Weltwirtschaft befindet. "Erst wenn sich der Euroraum erholt und die USA stärker wachsen, sollte auch Japans Wirtschaft wieder anziehen", schreibt die Commerzbank.

Arbeitslosenzahlen unverändert

Die Verbraucherpreise in Japan sind im Juli wie erwartet erneut gefallen. Der Kernindex (ohne frische Nahrungsmittel, mit Energie) sei im Jahresvergleich um 0,3 Prozent gesunken, wie die Regierung am Freitag in Tokio mitteilte. Volkswirte hatten diesen Rückgang der Inflationsrate erwartet. Im Vormonat waren die Preise den Angaben zufolge um 0,2 Prozent gesunken, nachdem das Preisniveau im Mai erstmals seit vier Monaten zurückfiel (minus 0,1 Prozent).

In der Hauptstadt Tokio, wo die Verbraucherpreise einen Monat früher veröffentlicht werden, lag die Kernrate im August bei minus 0,5 Prozent und damit etwas höher als im Vormonat (minus 0,6 Prozent). Experten hatten zuvor ein Minus von 0,6 Prozent erwartet. Die Preisentwicklung in der Metropole gilt als Indikator für die landesweite Teuerung.

Die Arbeitslosenquote in Japan ist im Juli unverändert bei 4,3 Prozent verharrt. Das teilte die Regierung am Freitag in Tokio mit. Die Zahl der als nicht beschäftigt registrierten Personen sank um 240.000 im Vergleich zum Vorjahr auf 2,88 Millionen. (APA, 31.8.2012)